Augustiner: Auf seine Fässer stehen die Münchner

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Thomas und Markus Vollmer

Das Augustinerzelt ist vor allem bei den Münchner Gästen sehr beliebt. Junior-Wirt Thomas Vollmer erzählt von seinem Wiesn-Alltag und seinem Lieblingsplatz im Zelt.

Hier fließt der Edelstoff: Vor allem bei Münchner Gästen ist das Augustinerzelt besonders beliebt. Die tz hat dem Junior-Wirt Thomas Vollmer (39) auf den Zahn gefühlt. Wie sieht sein Alltag auf der Wiesn aus? Wer war sein prominentester Gast? In der tz verrät Thomas Vollmer seine ganz persönlichen Wiesn-Geheimnisse und -Anekdoten.

Mein Wiesn-Glücksbringer:

Eine Taschenuhr, die ich von meiner Mutter geschenkt bekommen habe.

Mein Wiesn-Ritual:

Nach dem Einzug geht’s sofort ab ins Zelt Stammgäste begrüßen und in der Küche schauen, ob alles läuft. Am letzten Tag sind wir mit der ganzen Familie auf der Bühne und bedanken uns bei allen Gästen und Mitarbeitern. Meist gibt’s zum Abschluss ein Sierra madre bei abgedunkelter Beleuchtung.

Mein Lieblingsplatz im Zelt:

Einen richtigen Platz habe ich nicht, da ich immer im Zelt unterwegs bin; aber manchmal bei einem Stammtisch sitzen und ratschen oder auf einem Ganter die Übersicht genießen.

Mein Wiesn-Geheimnis/-Geheimtipp:

Gehen Sie am ersten Sonntag auf die Wiesn – da sieht man die schönsten Trachten. Das ist gelebte Tradition pur!

Mein Wiesn-Spatzl:

Die ganze Augustiner- Familie, von den Stammgästen bis zu den Mitarbeitern.

Meine lustigste Wiesn-Anekdote:

Als kleiner Bub war ich mit meinen Eltern auf der Wiesn, natürlich im Augustiner. Ich bestellte mir eine Schweinshaxe. Damals gab es nur Plastikmesser, die überhaupt nicht schnitten. Somit ist mir die Haxe vom Teller gefallen direkt in die Handtasche unserer Tischnachbarin (diese hat es Gott sei Dank mit Humor genommen).

Mein prominentester Wiesn-Besuch:

Bei uns verkörpern die Stammtische die Prominenz. Ich möchte extra keinen namentlich nennen, sonst würde bei der Vielzahl die Zeitung zu dick!

Die Könige der Wiesn

Festzelte Wirte Oktoberfest
Fischer Vroni: Hans Stadtmüller und Schwester Silvia zieht es nicht auf den roten Teppich, Wirt Hans dreht lieber auch mal selbst an den Steckerln seiner berühmten Fische. Er ist vor sieben Jahren in die Fußstapfen der legendären „Fischer- Vronis“, seiner Mutter Eva und deren Schwester Anita Schmid, getreten, die gestorben waren. Im Zelt finden 2800 Gäste Platz. © Westermann
Festzelte Wirte Oktoberfest
Winzerer Fähndl: Peter Pongratz mit Ehefrau Arabella: Seit 2010 ist Pongratz nicht nur Chef des größten Wiesn-Zeltes mit 8450 Sitzplätzen innen und 2450 im Garten, sondern auch Besitzer eines nagelneuen Zeltes mit technisch hochmodernem zentralen Bierzapfsystem. Der Wirt vom „Paulaner am Nockherberg“ hat das Winzerer Fähndl im Jahr 2003 übernommen. © Jantz
Festzelte Wirte Oktoberfest
Bräurosl: Der Vater von Georg Heide, der berühmte Willy Heide, hat das familienfreundliche Zelt mit seinen 6200 Plätzen 2001 an den Sohn übergeben. Dieser leitet es mit vergleichsweise großer Gelassenheit – weil er einfach ein solcher Typ ist, und weil ihm Frau Renate und Tochter Daniela zur Seite stehen. Den Rest des Jahres führt er die „Heide Vollm" in Planegg. © Kurzendörfer
Festzelte Wirte Oktoberfest
Augustinerzelt: Thomas Vollmer passt perfekt zu seinem bodenständigen und traditionellen Zelt (5600 Plätze). Er ist ruhiger als viele Kollegen und scheut den großen Medienrummel. Auch in der Hausbox ist er seltener anzutreffen. Im normalen Leben arbeitet er in der berühmten „Augustiner Bräustuben“ in der Fußgängerzone. © Kurzendörfer
Festzelte Wirte Oktoberfest
Hippodrom: Bei Sepp und Tina Krätz feiern die Reichen und Schönen. Und der Wirt ist Kult auf der Wiesn, genauso wie sein Zirkuszelt: Sepp Krätz, der Gastronom des Jahres, hat das Hippodrom zu einer Top-Adresse auf der Wiesn gemacht. Motto: klein und fein. Bei den 3000 Gästen kommt schon auch einmal Champagner in die Krüge. © Schlaf
Festzelte Wirte Oktoberfest
Schottenhamel: Christian, Peter und Michael Schottenhamel: In keinem Büro geht’s lustiger zu als bei der Männerbande der Schottenhamels. Peter und Christian sind nicht, wie oft vermutet, Vater und Sohn, sondern Cousins und veräppeln sich gerne gegenseitig. Mittlerweile ist auch Peters Halbbruder Michael im Boot. In ihrem Zelt (6000 Plätze) zapft der OB an. © Westermann
Festzelte Wirte Oktoberfest
Hofbräu Friedrich und Günter Steinberg haben Platz für 6800 Gäste. Kürzlich haben Günter und seine Frau Margot ein ehrliches Buch über Familienglück und Ehekrisen herausgebracht. Der Titel: „Maßvoll – ein Leben mit Bibel und Bier“. Die gläubige Familie ist in ihrem Zelt und auch in ihrem Hofbräukeller auf Harmonie bedacht. © Jantz
Festzelte Wirte Oktoberfest
Löwenbräu: Wiggerl Hagn (r.), Tochter Stephanie Spendler (l.) und Ehemann Michael sind die Chefs im Löwenbräu: Hagn ist ein echtes Münchner Wiesn-Kindl. Seine Eltern haben das Schützen- Festzelt aufgebaut. Logisch, dass auch er Wirt wurde: Seit 1979 gehört ihm das Löwenbräu-Zelt (6000 Plätze). Markantes Wahrzeichen: der 4,5 Meter große, brüllende Löwe. © Schlaf
Festzelte Wirte Oktoberfest
Käfer Wiesn-Schänke: Michael Käfer mit Ehefrau Clarissa (41) bieten 1164 Gästen Platz. Er ist der prominenteste Wirt auf der Wiesn, nicht zuletzt wegen seines Vaters, dem Feinkost-Mogul Gerd. In seiner kleinen Almhütte ist alles anders: Michael Käfer (52) empfängt tagtäglich dutzende Prominente und muss sich eher um Details kümmern als um große Logistik. © Westermann
Festzelte Wirte Oktoberfest
Ochsenbraterei: Nach dem Tod von Wirte-Legende Hermann Haberl im Februar 2011 betreiben seine Frau Anneliese und Tochter Antje Schneider allein die Ochsenbraterei (6000 Plätze). Der Ochs am Spieß ist eines der besten Essen auf der Wiesn. Die Haberls sind seit 1980 auf dem Oktoberfest und zählen zu den Urgesteinen. Bei ihnen fühlen sich vor allem Familien wohl. Die Ochsenbraterei ist auch das perfekte Ambiente für eine gemütliche Firmenfeier. © Schlaf
Festzelte Wirte Oktoberfest
Kufflers Weinzelt: „Wie verrückt muss man eigentlich sein, auf dem größten Bierzelt der Welt Wein zu verkaufen?“, erinnert sich Stephan Kuffler an die Zeit, als seine Eltern Roland und Doris das Zelt übernahmen. Das war 1984 – und das Konzept ging auf, das Weinzelt ist heute Kult. Hier feiern 2500 Wiesn-Nachtschwärmer bis 1 Uhr! Hoher Flirt- und Promifaktor zu später Stunde. © Kruse
Festzelte Wirte Oktoberfest
Armbrustschützen: Peter Inselkammer und seiner Familie gehört das halbe Münchner Platzl im Herzen der Stadt mit Hotel, Restaurant und Immobilien. Das Armbrustschützen- Zelt mit 5380 Plätzen führt Peters Familie schon seit 20 Jahren erfolgreich. Zu Kopf gestiegen ist ihnen dies alles nicht. Peter Inselkammers Frau Katharina entwirft nebenbei Wiesn-Schmuck. © Westermann
Festzelte Wirte Oktoberfest
Hackerzelt: In Toni Roiderers Hackerzelt, dem „Himmel der Bayern“, kocht die Stimmung schon ab der ersten Mass. Die Leute stehen gleich nach Einlass auf den Tischen. Der kultige Wirte- Sprecher Toni Roiderer hat mit seiner Frau Christl und den Söhnen Markus und Thomas das 7000-Mann-Zelt zu einem der beliebtesten auf der Wiesn gemacht. Einlass ohne Reservierung: so gut wie unmöglich! © Haag
Festzelte Wirte Oktoberfest
Schützen-Festzelt Edi Reinbold ist schon seit 30 Jahren auf der Wiesn. Sein Schützen-Festzelt liegt direkt zu Füßen der Bavaria. 4800 Gäste können hier in für Wiesn-Verhältnisse gediegen-gemütlichen Ambiente feiern. Das Essen, insbesondere das Spanferkel, ist hier ausgezeichnet. Mittlerweile ist auch Reinbolds Sohn Ludwig im Geschäft. © Jantz

Mein Wiesn-Hit:

Flieger Lied

Mein typischer Wiesn-Tag:

Um 6.30 Uhr wirft mich meine Frau aus dem Bett, dann trinke ich eine schnelle Tasse Kaffee (bin ein Frühstücksmuffel). Dann geht’s ab auf die Wiesn. Einmal quer durchs Zelt (Küche, Service, Büro) – wenn es keine Probleme gibt (was selten ist), geht’s gleich zum Familienfrühstück. Dann Arbeit, Arbeit, Arbeit! Unter Tags gibt’s eine Bratwurstsemmel aus der Wirtsbudenstraße. Erst wenn am Abend das Gröbste geschafft ist, wird sich zum Essen hingesetzt – und gegen 24 Uhr geht’s wieder heim.

Mein Urlaubsziel nach der Wiesn:

Reit im Winkl oder Südtirol (das weiß ich noch nicht so genau) – Wandern, Klettern, einfach mit meiner Familie ausspannen.

Mein Wirte-Vorbild:

Hermann Haberl – Gott hab ihn selig! Ich habe immer seine Ausstrahlung und Ruhe bewundert, mit der er seine Betriebe aufgebaut und geführt hat.

tz

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