Hacker-Zelt: Daheim im Himmel der Bayern

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Toni Roiderer, Wiesn-Wirt und Sprecher der Wiesn-Wirte, ist seit 1989 im Hackerzelt zuhause: dem „Himmel der Bayern“.

München - Er hat das Sagen im Himmel der Bayern: Toni Roiderer führt das Hackerzelt seit 1989, zudem ist der Gastronom Sprecher der Wiesn- Wirte. Die tz hat dem Wirt auf den Zahn gefühlt.

Wie sieht sein Alltag auf der Wiesn aus? Wer war sein prominentester Gast? In der tz verrät Toni Roiderer, Wiesn-Wirt vom Hacker-Festzelt, seine ganz persönlichen Wiesn-Geheimnisse und -Anekdoten.

Mein Wiesn-Glücksbringer: Ich habe seit fünf Jahren immer zwei kleine Schweinderl in der Tasche. Die sollen mir Glück bringen. 

Mein Wiesn-Ritual: Vom Anfang bis zum Schluss freundlich zu den Gästen sein.

Mein Lieblingsplatz im Zelt: Ich bin am liebsten direkt bei meinen Gästen. 

Mein Wiesn-Geheimnis/-Geheimtipp: Gehen Sie Mittags oder an den Sonntagen auf die Wiesn – da ist es einfach am gemütlichsten. 

Mein Wiesn-Spatzl: Ich bin verheiratet, meine Frau ist mein Wiesn-Spatzl.

Meine lustigste Wiesn-Anekdote: Es passiert immer wieder, dass mir Ordner den Zutritt in mein Hacker-Zelt verwehren. Wenn ich sage, dass ich der Chef bin, kommt als Antwort: „Das kann ja jeder sagen.“ Deshalb haben die Ordner heuer Fotos von der ganzen Familie bekommen.

Bayern oder Ballermann: Wiesn-Zelte im Vergleich

Für die Prominenz: Das Hippodrom steht direkt am Haupteingang zur Wiesn und versteht sich als Promi-Zelt. Hier kuschelt Heino mit Hannelore, und vor dem Eingang stehen Marianne und Michael mit dem gemeinen Volk in der Schlange. © 
Für die Prominenz: Noch exklusiver geht es in Käfer's Wiesnschänke zu. Hier geben sich Fußballer des FC Bayern ebenso die Ehre wie Werbe-Ikone Verona Pooth oder Ralph Siegel. Im vergangenen Jahr feierten Lothar Matthäus und seine vierte Frau Liliana noch zusammen. Neben der Wiesn-Maß gibt es auch Wein und Champagner. © 
Für die Jugend: Eröffnet wird das größte Volksfest der Welt traditionell im Schottenhamel. Hier sticht Münchens Oberbürgermeister Christian Ude alle Jahre wieder vor den Augen der bayerischen Politprominenz das erste Fass an. Überwiegend strömen junge, feierfreudige Menschen aus München und Umgebung in das Zelt © 
Für die  Jugend: Ebenso beliebt beim Nachwuchs ist das Hacker-Festzelt mit dem Namen “Himmel der Bayern“. Mit seiner weiß-blauen Decke und kleinen Wölkchen ist es eines der schönsten Zelte auf der Wiesn. © 
Für die Reiferen: Bei der Fischer Vroni gibt es eine bayerische Spezialität, die sich kein Wiesn-Besucher entgehen lassen sollte: leckeren Steckerlfisch. In diesem vergleichsweise kleinen Festzelt feiern gerne ältere Gäste, aber auch Touristen. © 
Für die Reiferen: Im Pschorr-Traditionszelt Bräurosl geht es ebenfalls vergleichsweise urig und gemütlich zu - mit Ausnahme des ersten Wiesn-Sonntags. Dann feiern hier tausende Homosexuelle den “GaySunday“. Der Name Bräurosl stammt von der Tochter des früheren Brauereibesitzers Pschorr. © 
Für die Touristen aus aller Welt: Mit einer Fläche von mehr als 5000 Quadratmetern ist das Hofbräu-Festzelt nach eigenen Angaben das zweitgrößte Festzelt auf der Wiesn - und wohl das lauteste. Schon am frühen Morgen, bevor die Musik anfängt, ist das Gröhlen aus dem Zelt auf dem ganzen Festplatz zu hören. Hier treffen sich vor allem Touristen aus aller Welt, die das Bier schon aus dem Hofbräuhaus kennen - und lieben. Hier wird getrunken, getanzt, gesungen und geknutscht. © 
Für die Münchner: Das Augustiner-Zelt liegt schräg gegenüber des Hofbräu-Zelts. Während auf der anderen Straßenseite Australier, Italiener und Japaner um die Wette trinken, feiern im Zelt der ältesten Münchner Brauerei vor allem Münchner sich selbst und die bayerische Gemütlichkeit. Nur hier wird das Bier noch aus traditionellen Holzfässern gezapft, den Hirschen. Doch auch im Augustiner tanzt man auf den Bierbänken, die rund 6000 Besuchern Platz bieten. Zur Jubiläums-Wiesn bekommt das Augustiner-Zelt zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder einen 25 Meter hohen Turm. © 
Für die übrigen Bayern: Das Armbrustschützenzelt stand schon im Jahr 1895 auf dem Oktoberfest, die Boxen und Balkone sind nach heimischen Tieren benannt: Von A wie Adler bis W wie Wildsau. Hier wird die Schützen-Tradition hochgehalten. In einem Zeltanbau gibt es eine 30 Meter lange Schießbahn, auf der seit 1935 während der Wiesn die Deutschen Armbrust-Meisterschaften ausgeschossen werden. © 
Für die übrigen Bayern: Auch im Schützenzelt werden urbayerische Gemütlichkeit und Feierfreude in Ehren gehalten. Zum Löwenbräu-Bier wird die Spezialität des Hauses serviert: in Malzbier gebratenes Spanferkel. © 
Für die übrigen Bayern: Zünftig geht es in der Ochsenbraterei zu. Ein großer Ochse am Spieß ist nicht nur die Dekoration über dem Eingang, sondern auch die wichtigste Attraktion im Innern dieses Festzelts. Seit fast 130 Jahren werden hier jedes Jahr ganze Ochsen am Stück gebraten. Auf einer großen Tafel lesen die Gäste den Namen des Ochsen, der sich gerade am Spieß dreht. © 
Für jeden: Gaudi für jeden, egal woher, egal wie alt, heißt es in der Löwenbräu-Festhalle. Ein großer Löwe über dem Eingang brüllt “Löööööwenbrääääu“ und zieht damit Einheimische und “Zuagroaste“ gleichermaßen an. Mit mehr als 8000 Plätzen gehört die Festhalle zu den größeren Zelten. © 
Für jeden: Das Winzerer Fähndl kommt in diesem Jahr in neuem Gewand daher. Zur Jubiläums-Wiesn leistete sich die Paulaner-Brauerei einen kompletten Neubau. Als erstes Festzelt bekommt das Winzerer Fähndl eine zentrale Bierversorgung: Eine Ringleitung im Boden garantiert, dass der Bierfluss nicht ins Stocken gerät. © 
Für Biermuffel: Auf dem größten Bierfest der Welt gibt es tatsächlich ein Festzelt, in dem das Bier nicht in Maß-Krügen ausgeschenkt wird: Im Weinzelt gibt es nur Paulaner-Weißbier, Wein und Champagner. Gesungen und gefeiert wird hier trotzdem. “Fesche Madln haben ihren Spaß an den vielen Bars und fesche Burschen an den Madln“, wirbt die Homepage. © 

Mein prominentester Wiesn-Besuch: Kardinal Marx und David Copperfield. Mit Copperfield hätte ich gern geredet. Aber er versteht kein Bairisch, und ich kann kein Englisch.

Mein Wiesn-Hit: Ein Prosit der Gemütlichkeit.

Mein typischer Wiesn-Tag: Um 7 Uhr stehe ich auf, zwischen 8 und 10 Uhr komme ich ins Zelt. Da bin ich den ganzen Tag bis spät am Abend am Gschaftln – zwischendrin schau ich höchstens mal die Sportschau oder esse eine Kleinigkeit. Nur fürs Hendl nehm ich mir Zeit. 

Mein Urlaubsziel nach der Wiesn: Ich erhole mich am liebsten bei einem Strandurlaub auf den Kanaren. 

Mein Wirte-Vorbild: Mein Vater und Richard Süßmeier wegen seiner Pfiffigkeit.

tz

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