Feiern im Löwenbräu 

Vorfreude auf die After-Wiesn-Gaudi: Hier feiert München nach dem Oktoberfest 

+
Am Stiglmaierplatz feiert München nach der Wiesn.

Wem das Feiern auf dem Oktoberfest noch nicht reicht, für den gibt es die After-Wiesngaudi am Stiglmaierplatz. Tobias Schwarz-Gewallig freut sich als Musiker besonders auf die Zeit. 

München - Die Vorfreude steigt mit jedem Tag: Am 22. September startet das 185. Oktoberfest. In unserer großen Oktoberfest-Serie beschäftigen wir uns mit dem Einzug der Wirte. Doch heute gibt es eine Ausnahme. Denn: Philip Greffenius, der das Wiesnzelt am Stiglmaierplatz gemeinsam mit Festwirt Ludwig Reinbold betreibt, hat keinen Wagen. Stattdessen: jede Menge After-Wiesn-Specials. Heute erzählt Tobias Schwarz-Gewallig von der Band Bergluft, wie er den Saal zum Toben bringen will. 

After-Wiesngaudi am Stiglmaierplatz: Tobias Schwarz-Gewallig heizt ein

Die Gaudi ist in vollem Gang. Die Leute singen und tanzen, als gäb’s kein Morgen! Der Grund heißt Tobias Schwarz-Gewallig (41) und seine Band Bergluft. Seit zwölf Jahren ist der Sänger aus dem Allgäu bei der jährlichen After-Wiesngaudi im Wiesnzelt am Stiglmaierplatz am Start. Zusammen mit sechs anderen Musikern heizt er den feierwütigen Wiesn-Besuchern ordentlich ein. 

Ein glücklicher Zufall hat dazu beigetragen, dass Tobias inzwischen zur Standardausstattung des Löwenbräukellers gehört: „Wir waren die Ersatzband für eine Veranstaltung von Mercedes in der Menterschwaige. Die Leute sind komplett ausgerastet. Die Geschäftsführerin hat uns daraufhin gleich dem Herrn Schottenhamel, dem der Löwenbräukeller gehörte, empfohlen. Der ist zu einem unserer Konzerte gekommen - und hat uns vom Fleck weg engagiert.“ 

Spaten, Augustiner oder doch Paulaner? Das ist das stärkste Wiesn-Bier

After-Wiesnzelt im Löwenbräukeller: „Alle drehen total am Rad“

Tobias Schwarz-Gewallig freut sich immer wieder auf die zwei Wochen, in denen der Löwenbräukeller zum After-Wiesnzelt umdeklariert wird. Und dass die Leute hier mit Leidenschaft mitmachen und so richtig feiern, ist einmalig: „Du gehst auf die Bühne, und alle drehen total am Rad - viereinhalb  Stunden voller Alarm, und die Leute sind zu 100 Prozent dabei. Das findet man nicht in jedem Zelt“, lacht der Frontmann. 

Aber nicht nur die feierlustigen Besucher sind mit Herzblut bei der Sache. „Wir wollen einen prägenden Eindruck hinterlassen, die Zuhörer berühren. Wenn wir Spaß haben und ganz bei der Sache sind, sind es alle anderen auch.“ In zwölf Jahren ist natürlich auch einiges passiert. Aber sein ganz persönlicher Top-Moment ist jedes Jahr gleich: genau dann, wenn die Band neben der Bühne auf den Auftritt wartet, der Schlagzeuger das Intro spielt und der Sänger merkt, wie sich die Stimmung im Saal verändert, die Leute pfeifen und grölen. „Du merkst richtig, wie sich alle darauf freuen, dass du kommst.“ 

Seine Liebe zur Musik hat Tobias schon als Kind entdeckt. Die Fähigkeit zum Songschreiben aber erst später. Und natürlich war ein Madl im Spiel. „Um zu kompensieren, dass das Mädchen nicht angebissen hat, habe ich Roxettes Song It Must Have Been Love aus Pretty Woman nachgespielt und gemerkt, dass das ja auch nur alles Akkorde und Töne sind. So kamen die ersten eigenen Lieder aufs Papier.“

Eigene Lieder spielt die Band zwar nicht, aber dafür ihre ganz eigenen Versionen von Klassikern. Kostprobe: Da wird dann auch mal Fürstenfeld von S.T.S mit Sweet Home Alabama von Lynyrd Skynyrd gemixt. „Mit so was überraschst du halt auch!“ Tobias’ Vorhersage für den Wiesn-Hit 2018 ist Joshs Cordula Grün - „wenn Bayern 3 so weitermacht“.

Oktoberfest 2018: Die Termine zur Wiesn - vom Einzug der Wirte bis zum Böllerschießen

Die Gastgeber vom Wiesnzelt am Stiglmaierplatz

Das „Wiesnzelt“ am Stiglmaierplatz feiert dieses Jahr sein elfjähriges Bestehen. Vor genau einem Jahrzehnt hatten Agentur-Inhaber Philip Greffenius (44) und Wiesnwirt Christian Schottenhamel (55) die Idee zur Oktoberfest-Party im Löwenbräukeller. Im Frühjahr wechselte Christian Schotten-hamel auf den Nockherberg, Edi Reinbold hatte den Löwenbräukeller gekauft. Nun führt sein Sohn Ludwig (li.) das „Wiesnzelt“ zusammen mit Philip Greffenius (re.) weiter.

Philip Greffenius mit Ehefrau Evelyn, Christian Schottenhamel mit seiner Frau Johanna

Das Zelt am Stiglmaierplatz in Kürze

  • Bierpreis: 9 Euro 
  • Die Brauerei: Löwenbräu 
  • Hendlpreis: 11,20 Euro 
  • Schmankerl: 1/2 Schweinshaxe für 14,90 Euro 
  • Sitzplätze: 1300 Sitzplätze und 1000 Stehplätze
  • Raucher: zwei Raucher-terrassen mit Wiedereinlass
  •  Musik: Am Donnerstag, den 27. 9., spielt erstmals die Band Bergluft. Freitags und samstags steht die Feldmochinger Blaskapelle als Vorband auf der Bühne. Anschließend sorgen noch einmal Bergluft für Stimmung. Außerdem legt täglich (außer sonntags) Giulia Siegel bei der Laurent-Perrier--Après-Wiesn auf. Zusätzlich spielt am Dienstag, 2. Oktober, die Band Ois Easy. 
  • Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch ab 22 Uhr, Donnerstag (27.9.) ab 19.30 Uhr, freitags und samstags ab 18.30 Uhr (stets ohne Sperrstunde)
  • Heuer neu: Neuer Wirt im Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz ist Ludwig Reinbold. Und: Neu im Platzangebot ist heuer die Turmstüberlterrasse

Ann-Kathrin Ulbricht

Lesen Sie auch:

Oktoberfest 2018: Welche Biersorten gibt es in welchem Wiesn-Zelt?

Oktoberfest 2018: Welche Biersorten gibt es in welchem Wiesn-Zelt?

Oktoberfest 2018: Das sind die extremsten Stammgäste der Wiesn

Oktoberfest 2018: Das sind die extremsten Stammgäste der Wiesn

Oktoberfest 2018: Hacker-Zelt-Chef Toni Roiderer erklärt, wer auf der Wiesn das Sagen hat

Oktoberfest 2018: Hacker-Zelt-Chef Toni Roiderer erklärt, wer auf der Wiesn das Sagen hat

Oktoberfest-Tische nur für Münchner Senioren: Wirte der kleinen Zelte zeigen großes Herz

Oktoberfest-Tische nur für Münchner Senioren: Wirte der kleinen Zelte zeigen großes Herz

Kommentare