Zelt auf der Oidn Wiesn

Wiesn-Serie: Herzkasperlzelt - Strauß schlägt wieder zu

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Ozapft is! Erstmals schwang Franz Josef Strauß alias Helmut Schleich 2010 im Herzkasperlzelt den Schlägel. Auch 2014 und 2015 war er als FJS im Einsatz.

Am 22. September startet das 185. Oktoberfest. In unserer Serie beschäftigen wir uns heuer eigentlich mit dem Wirte-Einzug. Heute gibt es eine Ausnahme: Wirt Beppi Bachmaier aus dem Herzkasperlzelt hat keinen Wagen. Sein Zelt auf der Oidn Wiesn ist eh etwas ganz Besonderes.

München - Es kann nicht jeder behaupten, den politischen Übervater der Bayern auf der Bühne zu begrüßen. Vor allem nicht, wenn der schon seit 30 Jahren tot ist. Doch im Herzkasperlzelt auf der Oidn Wiesn wird Franz Josef Strauß (†1988, CSU) am ersten Wiesn-Samstag wieder auferstehen.

Mit dem Bayerischen Defiliermarsch wird FJS um kurz vor 12 Uhr ins Zelt einmarschieren. Seine Untertanen wird er begrüßen und anschließend anzapfen, Und weil persönliches Erscheinen ein bisserl schwierig ist, wird sich Strauß im Körper eines anderen auf der Bühne offenbaren. In dem von Kabarettist Helmut Schleich.

„Die Gäste im Zelt dürfen sich freuen – Strauß wird einen kleinen politischen Aschermittwoch aus dem Auftritt machen“, kündigt Schleich an. Kurz vor der Landtagswahl gebe es schließlich einiges zu sagen als Ex-Landesvater. „Was hast als Wähler für a Wahl“, das sei doch die Frage. Die CSU stehe vor einer historische Niederlage, das Strauß’sche Erbe verspielt. Die SPD wisse nicht, was sie wolle. Und die Grünen strebten nach Macht, losgelöst von ihren Prinzipien.

2014 hat Schleich auch schon im Zelt von Bachmaier den Schlägel geschwungen

Zwei Schläge hat Schleich beim letzten Mal beim Anzapfen im Herzkasperlzelt gebraucht. Das war im Jahr 2015. „Da sollte man nicht zurückfallen“, kündigt er an. Üben kann er jetzt nicht mehr. Bis zum Oktoberfest-Start urlaubt er in Südfrankreich. „Was soll ich da groß probe-anzapfen, ein Weinfassl vielleicht?“, fragt er und lacht. 2014 hat der Kabarettist auch schon in dem Zelt von Wirt Beppi Bachmaier den Schlägel geschwungen, außerdem zur Premiere der Oidn Wiesn bei der Jubiläumswiesn 2010.

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Beppi Bachmaier kennt Schleich schon lange, „schließlich habe ich meine Karriere im Fraunhofer begonnen“. An der Wiesn mag der in Schongau aufgewachsene Kabarettist das Traditionelle, es gibt aber auch Seiten, die ihn abschrecken. „Die vergangenen Jahre fand ich angenehm. Die Wiesn sollte ein Volksfest sein und kein internationales Massenbesäufnis.“

Helmut Schleich (r.) mit Wirt Beppi Bachmaier.

Gemütlich ein Bier trinken, ratschen: So sieht ein perfekter Wiesn-Besuch für Schleich aus. Etwas fahren kann er leider nicht, wie er erzählt. „Ich vertrage es einfach nicht mehr.“ Das Gemeine: Am schlimmsten seien die vermeintlich harmlosen Fahrgeschäfte. „Wenn etwas nur im Kreis herumgeht, bin ich den Rest des Tages lahmgelegt.“

Das Zelt in Kürze

  • Bierpreis: 11,20 Euro
  • Die Brauerei: Hacker-Pschorr
  • Halbes Hendl: 11,80 Euro
  • Schmankerl: Jägerbrotzeit u.a. mit Wildterrine, Hirschbeißer, Frischkäse mit frischen Kräutern und Hofpfisterbrot für zwei Personen 36,50 Euro
  • Günstig essen: Es gibt täglich wechselnde Mittagsgerichte von Montag bis Freitag zwischen 11.30 und 13.30 Uhr
  • Sitzplätze: 1800 innen, 1100 im Biergarten, der Eintritt in die Oide Wiesn beträgt pro Person drei Euro (mit Wiedereintritt)
  • Raucher: Hinter dem Zelt befindet sich ein eingezäunter Raucherbereich
  • Musik: umfangreiches Kulturprogramm, täglich vier verschiedene Musikgruppen (das Programm steht unter www.herzkasperlzelt.de) und eine große Tanzfläche vor der Bühne
  • Neu: zwei Bratwürst vom Biozicklein mit Sauerkraut und Kartoffelpüree für 14,80 Euro und ein veganes Wiesn-Gericht: Sojamedaillons in Dunkelbier-Zwiebelsauce mit Kartoffelknödel für 16,50 Euro. Für die Mittagswiesn von Montag bis Donnerstag (außer Feiertag) können Gäste ohne Mindestabnahme reservieren (1 Euro Bearbeitungsgebühr pro Person).

Der Wiesnwirt

Er ist der Gegenpart zum Klischee des Wiesnwirts: Beppi Bachmaier ist der Kulturwirt auf dem Oktoberfest. In seinem Herzkasperlzelt auf der Oidn Wiesn bietet er jungen Künstlern aus dem bairischen Sprachraum eine Bühne. Nach einer Metzgerlehre, einem Leben als Antiquitätenverkäufer und Bildender Künstler eröffnete er 1972 das legendäre MUH, das „Musikalische Unterholz“. Danach kamen das Theater im Fraunhofer, die Theater­fabrik Unterföhring, das Hotel und Café Mariandl und das Theaterzelt das Schloss dazu. Heute betreibt Beppi Bachmaier noch das Fraunhofer und das ­Hotel und Café Mariandl.

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