Jetzt kalkulieren die Wirte

Oktoberfest 2022: Was kostet die Wiesn-Maß? Wirte sind sich bei Obergrenze einig

Oktoberfest Bier: Auf der Wiesn 2022 kostet die Mass wohl um die 13 Euro.
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Oktoberfest Bier: Auf der Wiesn 2022 kostet die Maß wohl um die 13 Euro.

Der Preis für die Maß auf der Wiesn ist alljährlich ein beliebtes Debattenthema. Heuer wird es wirklich spannend – denn angesichts der Inflation könnte er in ungeahnte Höhen steigen.

München – Jetzt werden Taschenrechner gezückt, die Köpfe rauchen. Nachdem der Wirtschaftsausschuss der Stadt am Dienstag über die Zulassungen zur Wiesn 2022 entschieden hat, sitzen Wirte und Schausteller nun über der Preiskalkulation. Und die ist schwieriger denn je. Immerhin: Wie unsere Redaktion erfuhr, wird die 14-Euro-Marke für die Maß auf dem Oktoberfest 2022 wohl nicht fallen.

Oktoberfest 2022 in München: Bierpreis sorgt für wilde Spekulationen

Zur Erinnerung: In den vergangenen Monaten wurde darüber spekuliert, dass die Maß heuer sogar über 14 Euro kosten könnte. Dazu wird es wohl nicht kommen. Denn, so sagt zum Beispiel Thomas Roiderer (Hackerzelt): „Die 14 Euro werden wir nicht erreichen, das verspreche ich!“ Oder Christian Schottenhamel vom gleichnamigen Zelt: „Die 14 Euro ist für uns eine Schallmauer.“

„Die 14 Euro ist für uns eine Schallmauer“

Wiesn-Wirt Christian Schottenhamel

Wie wir erfahren haben, rechnen die Wirte aber wohl schon damit, dass der Liter Oktoberfestbier um oder über 13 Euro liegen wird. Klarheit für die Wirte gibt es diese Tage, wenn die Verhandlungen mit den Brauereien geführt werden. 13 Euro: Nachdem der Preis in den großen Zelten 2019 zwischen 10,80 und 11,80 Euro gelegen hat, bedeutet das einen Preissprung von gut zwei Euro.

Bis endgültige Klarheit herrscht, wird es noch ein wenig dauern. Am 23. Mai müssen die Wirte ihre Getränkepreise bei der Stadt einreichen. Nicht vor Mitte Juni werden die Preise dann von der Stadt veröffentlicht.

Michael Käfer von Käfers Wiesn-Schänke spricht den Festwirten aus der Seele, wenn er sagt: „Die Kalkulation wird so schwierig wie nie. Egal ob Zeltaufbau, Personal oder Lebensmittel- und Getränkepreise – es gibt nichts, was nicht teurer wird.“ Auch die Pacht seitens der Stadt wird wohl steigen. „Immerhin kommt die 2G-Regel nicht“, freut sich Roiderer. „Sonst hätten wir noch mehr Personal zur Kontrolle gebraucht.“ Nach zwei Jahren Pause gibt es einen Ansturm auf die Wiesn-Tische.

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Was kostet das Hendl auf dem Oktoberfest 2022?

Noch schwieriger wird die Berechnung der Hendl-Preise. Zwar haben die Wirte dafür noch Zeit, es zeichnet sich aber schon eine deutliche Tendenz nach oben ab. Toni Roiderer kann da auf Erfahrungen aus seinem Gasthof in Straßlach zurückgreifen. Seine Lieferanten hätten ihre Preise seit Anfang des Jahres um 34 Prozent angehoben. „Das geben wir natürlich nicht so weiter“, sagt Roiderer. Aber klar ist: Die hohen Energie- und Futtermittelpreise – schließlich kommt ein Großteil des Getreides für die Tiermast aus der Ukraine – lassen auch die Kosten für den Wiesn-Klassiker in die Höhe schnellen.

Wiesn-Klassiker: Ein Kellner trägt auf dem Oktoberfest Hendl (Hähnchen) auf einem Tablett durch das Bierzelt.

Süßwaren-Standl sorgen sich um Lieferengpässe

Die Süßwaren-Standl sorgen sich nicht nur um steigende Preise, sondern darum, ob sie wegen der Lieferengpässe überhaupt alles verkaufen können. „Auf dem Frühlingsfest habe ich in der zweiten Woche keine Schokolade mehr für meine Schokofrüchte bekommen“, berichtet Georg Martl. Er schätzt den Preis für seine gebrannten Mandeln auf 4,50 Euro (2019: vier Euro).

Wiesn 2022: So sieht es bei den Fahrgeschäften aus

Bei den Fahrgeschäften gibt es zumindest eine vorsichtige Entwarnung: Nach zwei Jahren praktisch ohne Einnahmen buhlen die Schausteller um jeden Fahrgast und wollen deshalb kaum an der Preisschraube drehen. Otto Barth vom Olympialooping beispielsweise peilt keine oder eine nur geringe Erhöhung zu den zehn Euro von 2019 an. Und Egon Kaiser vom Bayern Tower kündigt sogar an: „Wir werden bei den bisherigen acht Euro bleiben. Die Wiesn ist schließlich ein Volksfest.“

So viel kostet die Maß auf Volksfesten im Umland

  • Augsburger Osterplärrer (17. April-1. Mai): 10,30-10,50 Euro
  • Brucker Volksfest (22. April-1. Mai): 9,80 Euro
  • Frühlingsfest München (22. April-8. Mai): 11,90-12,80 Euro
  • Volksfest Gmund am Tegernsee (12.-16. Mai): 9,80 Euro
  • Frühlingsfest Großkarolinenfeld (20.-29. Mai): 9,80 Euro
  • Grandauer Volksfest (Grafing, 20.-31. Mai): 10.30 Euro
  • Wasserburger Frühlingsfest (25. Mai-6. Juni): 10,30 Euro, 30 Cent gehen an Ukraine-Hilfe
  • Lohhofer Volksfest (Unterschleißheim, 3.-12. Juni): 8,80 Euro
  • Volksfest Vaterstetten (15.-21. Juni): vrsl. 9,80 Euro laut Festwirt
  • Gäubodenfest Straubing (12.-22. August): 11,30 Euro
  • Volksfest Ebersberg (12.-22. August): 10.30 Euro
  • Dachauer Volksfest (13.-22. August): 8,60 Euro 

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