CSU will zusätzlichen Wiesn-Tag

Video: So wünschen sich die Münchner die Wiesn

München - Die CSU im Münchner Rathaus will das Oktoberfest um einen Montag verlängern. Was sich die Münchner Bürger dagegen für ihr Oktoberfest wünschen, erzählten sie in einer Video-Umfrage.

Die Beratungen sind inzwischen abgeschlossen. Die CSU will bei der nächsten Gelegenheit gegen Reiters Entwurf stimmen und im Gegenzug einen eigenen Antrag einbringen, der unserer Zeitung vorab vorliegt. CSU-Fraktions-Chef Josef Schmid will die Wiesn verlängern.

Viele Einheimische würden die Wiesn inzwischen meiden, weil sie keine Plätze mehr finden oder sich den Kampf um dieselben nicht antun wollen, argumentiert Schmid. Die Knappheit werde durch die zahlreichen Reservierungen zusätzlich verschärft. „Spontanbesuche der Münchner auf ihrem eigenen Fest werden daher häufig zu einem frustrierenden Erlebnis“, sagt der OB-Kandidat der CSU.

Besucher, Bier & Bares: Die Wiesn in Zahlen

Wie viele Toiletten gibt es auf der Wiesn, woher kommen die Besucher und wie viel ist das größte Volksfest der Welt eigentlich wert? Wir haben alle Zahlen rund um das Oktoberfest. © dpa
Das größte Volksfest der Welt findet auf der 42 Hektar großen Münchner Theresienwiese auf einer Fläche von 34 Hektar statt. © dpa
Zum ersten Mal wurde das Oktoberfest im Jahr 1810 anlässlich der Vermählung des späteren König Ludwig I. mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen gefeiert. © dpa
Ein großer Einzug der Festwirte ist jedes Jahr der Startschuss für das Oktoberfest. © dpa
Die Wiesn zieht jedes Jahr Millionen Besucher an. 6,9 Millionen Gäste strömten im Jahr 2011 auf die Theresienwiese. © dpa
Mit 72 Prozent bayerischer Besucher (davon 60 Prozent aus München)  ist die Wiesn ist nach wie vor ein Fest für Einheimische. © dpa
Neun Prozen der Gäste kommt aus dem Rest von Deutschland ... © dpa
und 19 Prozent aus dem Ausland. © dpa
Stammkundschaft: 76 Prozent aller Gäste kommen jedes Jahr auf die Wiesn. © dpa
Inzwischen ist die Geschlechterverteilung auf der Wiesn fast ausgeglichen. Der Anteil an männlichen Besuchern liegt bei 51 Prozent. © dpa
49 Prozent der Besucher sind Frauen. © dpa
Im Jahr 2011 betrug der Wirtschaftsfaktor der Wiesn Berechnungen des Veranstalters zufolge  1,1 Milliarden Euro.  © dpa
Im Schnitt gibt jeder Besucher 63 Euro auf dem Oktoberfest aus. © dpa
4750 Fundsachen sammeln sich im Schnitt jedes Jahr an. © dpa
7,5 Millionen Mass wurden 2011 ausgeschenkt. © dpa
Im vergangenen Jahr wurden 124.000 Schweinswürstl... © dpa
knapp 70.000 Schweinshaxn... © dpa
118 Ochsen und ... © dpa
rund 522.000 Hendl wurden im Jahr 2011 verzehrt. © dpa
14 große Festzelte und 21 kleine Zelte gibt es auf der Wiesn. © dpa
Insgesamt gibt es rund 104.000 Sitzplätze. © dpa
Das größte Festzelt ist das Hofbräuzelt mit 10.000 Plätzen. © dpa
Nur rund 60 Plätze hat das Cefé Schiebl als kleinster Gastro-Betrieb. © dpa
903 Tonnen Restmüll sammeln sich während der zwei Wochen an. © dpa
Rund 8.000 Festangestellte und 4.000 wechselnde Arbeitskräfte sind während der Wiesn beschäftigt. © dpa
Im Jahr 1810 musste man für einen Liter Bier drei Kreuzer bezahlen. Im Jahr 2012 liegt der Bierpreis  zwischen 9,10 und 9,50 Euro. © dpa
Das Wiesn ist weltberühmt: Einer weltweiten Umfrage aus dem Jahr 1999 zufolge kannten 91 Prozent der Befragten den Begriff "Oktoberfest". © dpa
Kein Wunder, dass es Nachahmungen auf dem gesamten Globus gibt. Ca. 2000 Oktoberfeste nach Münchner Vorbild werden weltweit gefeiert. So auch hier in New York. © dpa
130 Schausteller sorgen mit ihren Fahrgeschäften und Buden für Spaß. © dpa
Toiletten kann es nie genug geben auf der Wiesn. 1.136 "Sitzplätze und 880 "Stehplätze" sollen für Erleichterung sorgen. © dpa
Am ersten Wiesn-Sonntag findet der traditionelle Trachtenumzug mit rund 9.000 Beteiligten statt. © dpa
Alle vier Jahre findet während der Wiesn auch das Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) statt. © dpa
Egal wie viel sie wert ist: Die Wiesn ist und bleibt einfach unbezahlbar! © dpa

Andererseits verstehe er aber auch die Sorgen der Wirte angesichts der Pläne der SPD, künftig weniger Reservierungen zuzulassen. „Sie müssten viele Stammkunden verprellen“, fürchtet Schmid. Deswegen schlägt er die Verlängerung der Wiesn um einen Montag als „reservierungsfreien Einheimischen-Tag“ vor.

Es sei zu vermuten, so Schmid, dass ein Großteil der „Wiesn-Touristen“ die Stadt am Montag bereits wieder verlassen habe und sich somit der Druck auf Zelte und Biergärten von selbst reduziere. Die Wirte wiederum hätten keine Schwierigkeiten mit Absagen an reservierende Stammgäste, weil es einen solchen Montag bislang ja nicht gibt. Als Gegenleistung für einen weiteren Wiesntag sollen sie eine „Periode der Preisstabilität im Rahmen der Möglichkeiten“ anbieten. Wie lange diese „Periode“ dauern soll, müsse man noch beraten.

Die Idee ist nicht ganz neu. Bereits im vergangenen Jahr hatte die CSU einen weiteren Wiesn-Tag gefordert – und wurde von Rot-Grün niedergestimmt. Heuer wagt Schmid einen zweiten Anlauf, weil die SPD die Reservierungs-Debatte durch Reiters Vorlage erneut angestoßen hat. Außerdem kämpfen Reiter und Schmid um den Posten des nächsten Oberbürgermeisters. Die CSU will das Thema Wiesn nicht allein den Sozialdemokraten überlassen.

Dass die SPD dem CSU-Antrag zustimmen wird, nachdem sie einen sehr ähnlichen Vorschlag schon einmal abgelehnt hat, ist nicht gerade wahrscheinlich. Die Christsozialen hoffen eher auf die Unterstützung von FDP und Grünen – nicht zuletzt, weil es im rot-grünen Gebälk gerade etwas knirscht. In Sachen Stammstrecke warf Christian Ude seinem Koalitionspartner gerade vor, er handle „töricht“ (wir berichteten).

Wiesnchef Reiter wollte den Vorschlag seines Konkurrenten gestern nicht kommentieren. Über einen Sprecher ließ er mitteilen, er werde vor der nächsten Sitzung des Ausschusses am 16. Oktober nichts dazu sagen.

Wirtesprecher Toni Roiderer äußert sich vorsichtig. „Es ist gut, wenn man versucht, mehr Plätze auf der Wiesn zu schaffen“, sagt er. Ob er einen Zusatztag einer geänderten Reservierungspraxis vorziehen würde, wollte er nicht beantworten. Aber er sei „froh, wenn sich die Politik Gedanken macht, wie sie die Wiesn noch besser machen kann“.

Abzocke im Internet

Viele Reservierungen werden im Internet für abenteuerliche Summen versteigert. Deshalb gilt: Finger weg vor Reservierungsangeboten im Netz!

So reserviert man einen Wiesn-Tisch

Mag sein, dass für manche Wiesn-Fans Geld keine Rolle spielt. Doch wer nicht auf solche Abzocker-Angebote angewiesen sein möchte, sollte rechtzeitig einen Tisch reservieren! Wie das funktioniert? Wir klären auf!

Thomas Schmidt und Philipp Vetter

Rubriklistenbild: © dpa

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