Steuerverfahren: Fliegt er von der Wiesn?

Sie stehen schon als Krätz-Nachfolger bereit

+
Siegfried Able (r.) und Lorenz Stiftl sind heiße Anwärter

München - Sollte Sepp Krätz von der Wiesn fliegen, wäre es nicht der erste Wirt, der in der Wiesn-Geschichte gehen muss. Seine möglichen Nachfolger bringen sich bereits in Stellung.

Immer wieder das Hippodrom: Wenn es Ärger auf der Wiesn gab, traf es oft das erste Zelt rechts vom Haupteingang. Die Hoteliers Anton und Marianne Weinfurtner führten es seit 1981, bis sie 1994 festgenommen wurden. Später wurden sie wegen Steuerhinterziehung sogar zu Gefängnis verurteilt! Das Zelt übernahm die Urenkelin des Vinzenzmurr-Gründers, Evi Brandl. Aber nur kurz, denn auch sie geriet unter den Verdacht des Steuerbetrugs. Sie verkaufte das Zelt 1995 – an Sepp Krätz.

1984 machte sich Wirte-Napoleon Richard Süßmeier Feinde, als er behauptete, aus einem Hendl drei Halbe machen zu können. Er triezte damit KVR-Chef Peter Gauweiler, der jedoch nicht lange fackelte: Die Gewerbeaufsicht entdeckte in Süßmeiers Armbrustschützenzelt 23 illegale Jugoslawen. Der Wirt verlor während der Wiesn die Konzession! In den laufenden Betrieb stieg Helmut Huber ein. Bis er 1990 wegen Hygienemängel die Konzession für den Nockherberg verlor – und damit auch die Zulassung fürs Oktoberfest.

Und sie stehen schon in den Startlöchern

Lebensziel großer Wiesn-Wirt! Diese Gastronome sind potenzielle Nachfolger von Sepp Krätz:

Siegfried Able: Er gilt bei vielen als Favorit. Er führt die Kalbs-Kuchl auf der Wiesn, den Eiszauber am Stachus und den See-Biergarten Lerchenau. Über eine mögliche Bewerbung hält er sich bedeckt. Nur so viel: „Ein engagierter Wirt wird sich immer in mehrere Richtungen ausrichten.“

Lorenz Stiftl: Der Wirt (Zum Spöckmeier, Zum Stiftl auf der Wiesn) wird sich heuer laut tz-Informationen auf jeden Fall für ein großes Zelt bewerben.

Peter Reichert: Der Wirt vom Seehof in Herrsching und vom Starnbräu in Bad Tölz führte bereits 2011 mit seiner Frau Gerda das Festzelt Zur Schönheitskönigin auf der Oidn Wiesn.

Lange gab es auch Gerüchte um eine mögliche Bewerbung der Wiesn-Familie Hochreiter (u.a. Zur Bratwurst, Haxnbraterei). Werner Hochreiter stellt in der tz klar: „Wir haben kein Interesse und sind mit unseren jetzigen Betrieben vollauf zufrieden.“

Lesen Sie auch:

O'klagt is! Jetzt wird's eng für Krätz Die Könige der Wiesn tz/cmy

Der eine schweigt, der andere weint

Schmeißt die Stadt ihn vom Oktoberfest?

Die Könige der Wiesn

Festzelte Wirte Oktoberfest
Fischer Vroni: Hans Stadtmüller und Schwester Silvia zieht es nicht auf den roten Teppich, Wirt Hans dreht lieber auch mal selbst an den Steckerln seiner berühmten Fische. Er ist vor sieben Jahren in die Fußstapfen der legendären „Fischer- Vronis“, seiner Mutter Eva und deren Schwester Anita Schmid, getreten, die gestorben waren. Im Zelt finden 2800 Gäste Platz. © Westermann
Festzelte Wirte Oktoberfest
Winzerer Fähndl: Peter Pongratz mit Ehefrau Arabella: Seit 2010 ist Pongratz nicht nur Chef des größten Wiesn-Zeltes mit 8450 Sitzplätzen innen und 2450 im Garten, sondern auch Besitzer eines nagelneuen Zeltes mit technisch hochmodernem zentralen Bierzapfsystem. Der Wirt vom „Paulaner am Nockherberg“ hat das Winzerer Fähndl im Jahr 2003 übernommen. © Jantz
Festzelte Wirte Oktoberfest
Bräurosl: Der Vater von Georg Heide, der berühmte Willy Heide, hat das familienfreundliche Zelt mit seinen 6200 Plätzen 2001 an den Sohn übergeben. Dieser leitet es mit vergleichsweise großer Gelassenheit – weil er einfach ein solcher Typ ist, und weil ihm Frau Renate und Tochter Daniela zur Seite stehen. Den Rest des Jahres führt er die „Heide Vollm" in Planegg. © Kurzendörfer
Festzelte Wirte Oktoberfest
Augustinerzelt: Thomas Vollmer passt perfekt zu seinem bodenständigen und traditionellen Zelt (5600 Plätze). Er ist ruhiger als viele Kollegen und scheut den großen Medienrummel. Auch in der Hausbox ist er seltener anzutreffen. Im normalen Leben arbeitet er in der berühmten „Augustiner Bräustuben“ in der Fußgängerzone. © Kurzendörfer
Festzelte Wirte Oktoberfest
Hippodrom: Bei Sepp und Tina Krätz feiern die Reichen und Schönen. Und der Wirt ist Kult auf der Wiesn, genauso wie sein Zirkuszelt: Sepp Krätz, der Gastronom des Jahres, hat das Hippodrom zu einer Top-Adresse auf der Wiesn gemacht. Motto: klein und fein. Bei den 3000 Gästen kommt schon auch einmal Champagner in die Krüge. © Schlaf
Festzelte Wirte Oktoberfest
Schottenhamel: Christian, Peter und Michael Schottenhamel: In keinem Büro geht’s lustiger zu als bei der Männerbande der Schottenhamels. Peter und Christian sind nicht, wie oft vermutet, Vater und Sohn, sondern Cousins und veräppeln sich gerne gegenseitig. Mittlerweile ist auch Peters Halbbruder Michael im Boot. In ihrem Zelt (6000 Plätze) zapft der OB an. © Westermann
Festzelte Wirte Oktoberfest
Hofbräu Friedrich und Günter Steinberg haben Platz für 6800 Gäste. Kürzlich haben Günter und seine Frau Margot ein ehrliches Buch über Familienglück und Ehekrisen herausgebracht. Der Titel: „Maßvoll – ein Leben mit Bibel und Bier“. Die gläubige Familie ist in ihrem Zelt und auch in ihrem Hofbräukeller auf Harmonie bedacht. © Jantz
Festzelte Wirte Oktoberfest
Löwenbräu: Wiggerl Hagn (r.), Tochter Stephanie Spendler (l.) und Ehemann Michael sind die Chefs im Löwenbräu: Hagn ist ein echtes Münchner Wiesn-Kindl. Seine Eltern haben das Schützen- Festzelt aufgebaut. Logisch, dass auch er Wirt wurde: Seit 1979 gehört ihm das Löwenbräu-Zelt (6000 Plätze). Markantes Wahrzeichen: der 4,5 Meter große, brüllende Löwe. © Schlaf
Festzelte Wirte Oktoberfest
Käfer Wiesn-Schänke: Michael Käfer mit Ehefrau Clarissa (41) bieten 1164 Gästen Platz. Er ist der prominenteste Wirt auf der Wiesn, nicht zuletzt wegen seines Vaters, dem Feinkost-Mogul Gerd. In seiner kleinen Almhütte ist alles anders: Michael Käfer (52) empfängt tagtäglich dutzende Prominente und muss sich eher um Details kümmern als um große Logistik. © Westermann
Festzelte Wirte Oktoberfest
Ochsenbraterei: Nach dem Tod von Wirte-Legende Hermann Haberl im Februar 2011 betreiben seine Frau Anneliese und Tochter Antje Schneider allein die Ochsenbraterei (6000 Plätze). Der Ochs am Spieß ist eines der besten Essen auf der Wiesn. Die Haberls sind seit 1980 auf dem Oktoberfest und zählen zu den Urgesteinen. Bei ihnen fühlen sich vor allem Familien wohl. Die Ochsenbraterei ist auch das perfekte Ambiente für eine gemütliche Firmenfeier. © Schlaf
Festzelte Wirte Oktoberfest
Kufflers Weinzelt: „Wie verrückt muss man eigentlich sein, auf dem größten Bierzelt der Welt Wein zu verkaufen?“, erinnert sich Stephan Kuffler an die Zeit, als seine Eltern Roland und Doris das Zelt übernahmen. Das war 1984 – und das Konzept ging auf, das Weinzelt ist heute Kult. Hier feiern 2500 Wiesn-Nachtschwärmer bis 1 Uhr! Hoher Flirt- und Promifaktor zu später Stunde. © Kruse
Festzelte Wirte Oktoberfest
Armbrustschützen: Peter Inselkammer und seiner Familie gehört das halbe Münchner Platzl im Herzen der Stadt mit Hotel, Restaurant und Immobilien. Das Armbrustschützen- Zelt mit 5380 Plätzen führt Peters Familie schon seit 20 Jahren erfolgreich. Zu Kopf gestiegen ist ihnen dies alles nicht. Peter Inselkammers Frau Katharina entwirft nebenbei Wiesn-Schmuck. © Westermann
Festzelte Wirte Oktoberfest
Hackerzelt: In Toni Roiderers Hackerzelt, dem „Himmel der Bayern“, kocht die Stimmung schon ab der ersten Mass. Die Leute stehen gleich nach Einlass auf den Tischen. Der kultige Wirte- Sprecher Toni Roiderer hat mit seiner Frau Christl und den Söhnen Markus und Thomas das 7000-Mann-Zelt zu einem der beliebtesten auf der Wiesn gemacht. Einlass ohne Reservierung: so gut wie unmöglich! © Haag
Festzelte Wirte Oktoberfest
Schützen-Festzelt Edi Reinbold ist schon seit 30 Jahren auf der Wiesn. Sein Schützen-Festzelt liegt direkt zu Füßen der Bavaria. 4800 Gäste können hier in für Wiesn-Verhältnisse gediegen-gemütlichen Ambiente feiern. Das Essen, insbesondere das Spanferkel, ist hier ausgezeichnet. Mittlerweile ist auch Reinbolds Sohn Ludwig im Geschäft. © Jantz

Lesen Sie auch:

Wiesn 2018: Die offiziellen Preislisten sind da - wo kostet die Mass wie viel?

Wiesn 2018: Die offiziellen Preislisten sind da - wo kostet die Mass wie viel?

„Kultur-Fuchzgerl“ für Oide Wiesn - Wer profitiert von den 50 Cent eigentlich? 

„Kultur-Fuchzgerl“ für Oide Wiesn - Wer profitiert von den 50 Cent eigentlich? 

Münchner Paartherapeutin: So übersteht eure Liebe die Wiesn und andere Volksfeste

Münchner Paartherapeutin: So übersteht eure Liebe die Wiesn und andere Volksfeste

Wo binde ich die Schleife am Dirndl, wenn ich aufs Oktoberfest gehe?

Wo binde ich die Schleife am Dirndl, wenn ich aufs Oktoberfest gehe?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.