2915 Dinge wurden abgegeben

Wiesn-Fundstücke: Wem gehören die "Nie wieder Blondinen"-Romane? Wem das Attest?

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Diese Bücher wurden im Wiesn-Fundbüro abgegeben.

München - Die Mitarbeiter des Wiesn-Fundbüros hatten auch 2016 wieder alle Hände voll zu tun. Und mussten sich mehr als nur einmal wundern.

Am Montagvormittag zog die Stadt mit Wiesn-Bürgermeister Josef Schmid die große Bilanz übers Oktoberfest 2016. Wir berichteten im Live-Ticker. Neben den harten Fakten (5,6 Millionen Besucher!) gab's auch wieder eine Menge zum Schmunzeln. Etwa, als es um skurrile Fundstücke ging.

2915 Fundstücke seien aufgeschlagen, berichtete Schmid. Darunter befinden sich natürlich vor allem Gebrauchsgegenstände: 680 Kleidungsstücke, 660 Geldbörsen, 580 Ausweise, 410 Smartphones, 250 Brillen, 220 Schlüssel, 90 Taschen, 55 Regenschirme, 55 Schmuckstücke und 15 Fotoapparate zählten die Mitarbeiter.

Auch jede Menge Kurioses wurde abgegeben. Auf den ersten Blick fragt man sich bestimmt, warum gleich ZWEI Romane "Nie wieder Blondinen" mit Widmung abgegeben wurden. Bei genauem Hinschauen ist das aber nicht mehr ganz so nebulös: Autorin Michaela Grünig hatte zur Wiesn-Zeit eine Lesung in München abgehalten. Mehrere Zuhörer sind wohl danach aufs Oktoberfest gegangen - und haben ihre frisch gekauften und signierten Exemplare dort vergessen.

Auch eine Packung Paracetamol ist im Fundbüro abgegeben worden, die danach womöglich jemand mit Kopfweh vermisste. Und 510,70 Euro in Bar.

Wie's bei manchen Wiesn-Besuchern läuft, zeigen zwei Schriftstücke, die abgegeben wurden: ein ärztliches Attest und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die Dauer der Wiesn. ⁠⁠⁠Soll das mal lieber nicht der Chef erfahren ...

Schon mitten im Oktoberfest hat unsere Kollegin Anna Farwick dem Fundbüro einen Besuch abgestattet. Was sie dabei abgelichtet hat, sehen Sie in der Fotostrecke unten.

lin/jh

Kurioses aus dem Wiesn-Fundbüro: Wer verliert denn sowas?

Im Fundbüro hinter dem Schottenhamel-Festzelt lagern jede Menge vergessener und verlorener Jacken. © Anna Farwick
Der bisher skurrilste Fund auf der Wiesn 2016. Ein Gebiss. Der Eigentümer lässt sich leider nicht ermitteln. Er wird sich im Fundbüro melden müssen. © Anna Farwick
Auch mehrere Hörgeräte lagern in den Schränken des Fundbüros. "Wahrscheinlich braucht man nach einer Mass zu viel keines mehr", vermutet Martin Messinger. © Anna Farwick
Jeder Gegenstand wird genauestens erfasst. Sobald die Wiesn vorbei ist, beginnt die Arbeit. Dann wird versucht, die Eigentümer zu ermitteln. © Anna Farwick
Der Halter dieses Nummernschilds wird mit Hilfe der Behörden ermittelt werden. © Anna Farwick
Die Taschen stehen eng bei einander, damit noch genug Platz für alle kommenden Gegenstände ist. © Anna Farwick
Hüte lassen sich leider nicht so einfach zuordnen, wie verlorene Ausweise. "Wir müssen hier den Menschen vertrauen", sagt Martin Messinger. "Aber wir überprüfen natürlich die Fakten." © Anna Farwick
Jeder Gegenstand, der im Fundbüro abgegeben wird, bekommt eine Notiz. Auf der steht wann und wo er gefunden wurde. © Anna Farwick
Leider versuchen auch im Fundbüro immer wieder Leute, mal was mitgehen zu lassen. "In diesen Fällen rufen wir dann die Polizei", erklärt Messinger. © Anna Farwick
Am ersten Wiesn-Wochenende wurden diese roten Gummistiefel abgegeben. Bei dem aktuellen Wetter werden die wohl nicht mehr gebraucht. © Anna Farwick
"Wir können anhand der Fundsachen genau das Wetter ablesen", sagt der Schichtleiter © Anna Farwick
Zumindest ein Schuh sollte der kleine Eigentümer noch haben. Die Eltern haben sich aber noch nicht gemeldet. © Anna Farwick
Brauchte man zu Beginn der Wiesn noch festes Schuhwerk, kann man jetzt offensichtlich Barfuß gehen. © Anna Farwick
Oder zumindest nur mit einem Schuh. Dabei sieht dieses Modell aus dunkelrotem Samt sehr edel aus. © Anna Farwick
Es kommen einzel Personen vorbei um Sachen abzugeben, aber auch die Festzelte und die Polizei bringen jeden Morgen die Fundsachen. © Anna Farwick
Etwas unordentlicher geht es bei der Lagerung von Schals und Halstüchern zu.  © Anna Farwick
Für den Fall, dass ein Tier im Fundbüro abgegeben wird, gibt es eine Box im Fundbüro. 2016 war dass aber noch nicht der Fall. © Anna Farwick
Geldbörsen gibt es im Fundbüro eine ganze Menge. © Anna Farwick
In aller Regel sind die Geldbörsen so gut wie leer, wenn sie beim Fundbüro eingehen. © Anna Farwick
Messinger klärt auf:"Die Geldbörsen werden geklaut, dann nimmt der Dieb das Geld raus und schmeißt die Börse weg, damit er nicht mit ihr erwischt wird." © Anna Farwick
Aber auch Brillen gibt es eine ganze Menge im Fundbüro. © Anna Farwick
Sonnenbrillen gab es an den ersten Wiesn-Tagen gar nicht. Erst als die Sonne raus kam, häuften sich die Funde. © Anna Farwick
Auch normale Brillen werden oft verloren. © Anna Farwick
An den Namen der Hersteller lässt sich ablesen, welche Handy Modelle gerade im Trend liegen. © Anna Farwick
Apple und Samsung haben die Nase vor. Wenn die Handys nicht abgeholt werden, dann kontaktiert die Mitarbeiter nach der Wiesn die Provider. © Anna Farwick
Selfie-Sticks gab heuer auch einige. © Anna Farwick
Ein ehrlicher Finder, hat diese noch original verpackten Tröten abgegeben. © Anna Farwick
Michaela Grünig veranstaltete eine Lesung. Zwei Exemplare fanden den Weg ins Fundbüro. © Anna Farwick
Beide Bücher sind mit einer Widmung versehen. Im Fundbüro schüttelt man den Kopf darüber, wie man so etwas verliert. © Anna Farwick
Worum es sich bei diesem ominösen Päckchen handelt wissen die Mitarbeiter nicht. Es werden noch Wetten angenommen. Was ist Ihr Tipp? © Anna Farwick
Da wollte jemand noch eine Karte schreiben. Falls er dieses Foto sieht: Die Karte ist noch in Folie eingeschweißt im Fundbüro abholbar. © Anna Farwick
Diese Wiesn-Herzn scheint bisher noch niemand zu vermissen. Schade eigentlich, dass alles was nicht bis zum 31. Januar abgeholt wird, in aller Regel vernichtet wird. © Anna Farwick
Übrigens kann man seinen Schlüssel nur abholen, wenn man mit einem Foto nachweisen kann, dass es der eigene ist.  © Anna Farwick

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