Tracht, Klo, Bier, Trinkgeld

So vermeiden Sie typische Wiesn-Fettnäpfchen

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Traditionell um 12.00 Uhr heißt es am ersten Wiesn-Samstag „Ozapft is“.

München - Feierwütige aus aller Welt reisen zum Oktoberfest nach München - und treten auf der Wiesn gerne mal in das ein oder andere Fettnäpfchen. Ein paar Tipps, wie es richtig geht.

Die Massen strömen, das Bier auch: Traditionell um 12.00 Uhr heißt es am ersten Wiesn-Samstag „O'zapft is'“. Aus aller Welt reisen Menschen nach München, um beim größten Volksfest der Welt dabei zu sein. Für manche Besucher ist es das erste Oktoberfest - Fettnäpfchen, genervte Bedienungen und grantige Einheimische sind programmiert. Auch die eigenen Nerven leiden. Ein paar Tipps und Infos, um die Wiesn zu meistern:

Richtig nach dem Weg fragen: Der Besucher outet sich sofort als Bier-Tourist, wenn er wissen will, wie er zum „Oktoberfest“ kommt. In München heißt es „Wiesn“. Übrigens ist das Einzahl - es geht nicht um mehrere Wiesen.

Tradition: Am ersten Wiesn-Samstag gibt es bis mittags keinen Tropfen Bier. Davor steht der Einzug der Festwirte und Brauereien an. Kutschen und Musikkapellen ziehen zur Theresienwiese. Der Anstich ist dann Oberbürgermeister Christian Ude vorbehalten. Pünktlich um 12.00 Uhr heißt es „O'zapft is'“ - sprich: es kann losgehen.

Bierzelt: Wer einmal drin ist, sollte auch drin bleiben - sonst heißt es wieder ewig anstehen. Um einen Platz zu ergattern, muss man richtig früh aufstehen (oder ganz, ganz nett am Seiteneingang fragen). Im Zelt gilt: kein Platz, kein Bier. Was hilft: Zum Bestellen den Stehplatz gegen ein Fleckchen Bank tauschen. Wer sich im Zelt eine Zigarette anzündet, fliegt raus. Rauchen ist nur draußen oder auf den Balkonen erlaubt.

Was machte Einstein auf der Wiesn? Kuriose Fakten zum Oktoberfest

"Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit" - wer dieses Lied nicht beherrscht, hat in einem Wiesn-Zelt eigentlich nichts verloren. Der berühmte Trinkspruch stammt jedoch aus einer sächsischen Feder. Der Chemnitzer Musiker Bernhard Dittrich verfasste das Lied, nach dem anschließend ein kräfter Schluck aus der Mass genommen wird. © dpa
Wiesn historisch: Zu Beginn der Festivitäten im Jahre 1810 ist auf dem Oktoberfest kein Alkohol ausgeschenkt worden. Bier und Hochprozentiges mussten sich die Besucher außerhalb des Festgeländes besorgen. Die Veranstalter erkannten das Problem aber rasch und erlaubten den Alkoholgenuss schließlich. Erst dann etablierten sich die Bierzelte in ihrer heutigen Form. © dpa
Das Kunst Projekt "Les désastres de la bière" stellt die negativen Nebeneffekte der Wiesn dar: Wildbiesler, sich übergebende Menschen und sonstige Peinlichkeiten werden dort gezeigt. © dpa
Auf der Wiesn muss erstmal a gscheite Mass her. Und die ist richtig teuer geworden. Dieses Jahr liegt der Masspreis bei bis zu 10,70 Euro. © dpa
Die Lederhose ist für viele Männer ein Muss für ein Wiesn-Besuch. Das feine Leder für die bayerische Tracht kommt allerdings oft von Ziegen, die in Indien oder Pakistan grasten. Die Originale ist natürlich die Hirschlederne. Neuerdings gibt es auch vegane Tracht. © dpa
Das Online-Aktionshaus Ebay verdient sich mit der Wiesn ebenfalls eine goldene Nase. Insgesamt befinden sich 221.169 Artikel rund um das Oktoberfest (Stand 30.09.2016) im Angebot. © dpa
Hätten Sie es gewusst? Albert Einstein, Physik-Nobelpreisträger, verdiente einst sein Geld auf der Wiesn. Das Genie arbeitete 1896 als Hilfsarbeiter beim Aufbau des Schottenhamel-Festzeltes. Dort soll er elektrische Kabel verlegt haben. © dpa
Extra für die Wiesn stellt die Post eine eigene Geschäftsstelle an die Theresienwiese. Dort werden Souvenirs verkauft und Grüße direkt vom Festgelände in die weite Welt verschickt. Bis zu 130.000 Sendungen wurden im Jahr 2012 an Freunde und Familie gesendet. © dpa
Eine Mass oder acht Stamperl Schnaps? Das ist Geschmackssache. Vom Alkoholgehalt macht dies kaum Unterschiede, da das Wiesn-Bier stärker ist als Normales. 2016 hat das US-Konsulat Touristen sogar davor gewarnt.   © dpa
Während Millionen Touristen nach München fliegen und fahren, versuchen tausende einheimische Bürger dem Spektakel zu entfliehen. Hauptziele der Münchner: Städtetrips nach New York, Kopenhagen und - besonders beliebt - Bangkok. © dpa
Hoteliers freuen sich jedes Jahr erneut über die "fünfte Jahreszeit" in München. Die Preise für ein Zimmer verdoppeln sich schlagartig zum Wiesn-Beginn. © dpa

Bier: Obacht! Nicht nur die Krüge auf der Wiesn sind größer, auch der Inhalt ist stärker. Das Wiesn-Bier hat zwischen 5,8 und 6,4 Prozent Alkohol, ein normales Bier nur etwa 5. Serviert wird eine Maß, also ein Liter des von sechs Brauereien speziell für die Wiesn gebrauten Gerstensaftes. Bei der Bestellung sollte man auf den richtigen Artikel achten: Es heißt eine Mass, nicht ein Mass - gesprochen mit einem kurzen „a“.

Toilette: Für den Weg und das Anstehen zum Klo sollte mindestens eine halbe Stunde eingeplant werden.

Toilette II: Auch wenn der nette Hügel hinter den Zelten auf den Wiesn-Neuling einladend wirken mag: Zum Ausruhen bloß nicht hinsetzen. Der gemütliche kleine Berg heißt bei Eingeweihten „Kotzhügel“.

Bedienung: Auch wenn eine Mass bis zu 9,85 Euro kostet - nicht mit dem Trinkgeld zu geizen, kann sich auszahlen. Vielleicht kommt die Bedienung schneller und bringt mit Glück das größere Hendl. Nur wer versucht, nach dem Schankschluss um 22.30 Uhr noch ein Bier zu bestellen, hat keine Chance - egal, wie viel Trinkgeld die Bedienung bekommen hat.

Kleidung: Zwar gibt es auf dem Oktoberfest keinen Dresscode, T-Shirts mit „Leistungstrinker“ oder „Oktoberfest - Drinking Worldcup“ müssen aber nicht sein. Natürlich ist niemand verpflichtet, Tracht zu tragen. Wenn, dann aber richtig.

Lederhose: Kein Kunstleder-Exemplar kaufen! Die echten Lederhosen sind aus Hirschleder - auf keinen Fall in die Waschmaschine stecken. Ein kariertes Hemd passt beim Bergsteigen oder Holzhacken, aber nicht zur Lederhose. Dann eher ein weißes Leinenhemd.

Dirndl: Bitte nicht zu kurz - und nicht die Schürze an der falschen Stelle binden. Sitzt der Knoten links, versucht die Männerwelt garantiert, mit der Trägerin anzubandeln, denn sie outet sich damit als Single. Ist die Schürze rechts gebunden, dürfte Ruhe sein: Die Rechtsträgerin ist vergeben. Ein Knoten in der Mitte heißt Jungfrau - die Auswirkungen sind nicht absehbar. Das gilt im Übrigen auch für den Wiesn-Besuch im Allgemeinen.

dpa

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