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Bier, Hendl und Riesenrad-Fahrt auf dem Oktoberfest für 50 Euro – geht das?

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Auf dem Oktoberfest kann man sein Geld mit vollen Händen ausgeben. Unser Reporter testet, wie weit Besucher an einem Wiesn-Tag für 50 Euro kommen können.

München - 50 Euro sind eine Menge Geld. Aber wie sieht es damit auf der Wiesn aus? Reicht ein Fünfziger für die Oktoberfest-Gaudi? Unser Reporter Yannick Thedens hat es ausprobiert:

Los geht’s zur Mittagszeit. Noch ist wenig los auf der Theresienwiese, die Atmosphäre ist ruhig, es gibt genug Platz und die Menschen gut gelaunt. Ich steuere geradewegs aufs Hofbräu-Zelt zu. Den Tag auf der Wiesn möchte ich nicht hungrig beginnen. Ein halbes Hendl und eine Mass füllen den Magen, leeren aber auch gleich im Rekordtempo den Geldbeutel. Das Hendl kostet mich 13,80 Euro, für das Bier zahle ich 13,60 Euro. Mit 9,90 Euro wäre eines der Tagesgerichte sicherlich die günstigere Variante gewesen. Die gute Verpflegung und ebenso gute Stimmung haben mein Tagesbudget also mehr als halbiert.

Oktoberfest: Fahrt mit Riesenrad kostet zehn Euro

Frisch gestärkt möchte ich mir jetzt erst mal einen Überblick über das Gelände machen. Und wo ginge das besser als im großen Riesenrad! Am Kassenhäuschen wechselt ein Zehn-Euro-Schein seinen Besitzer – so viel kostet die Fahrkarte für einen Erwachsenen. Ich nehme mir daher vor, die kostspielige Runde ganz besonders zu genießen. Wieder zurück am Boden, nehme ich einen vorläufigen Kassensturz vor. Das Ergebnis erdet mich nach der himmlischen Gondeltour: Mir bleiben nur noch 12,60 Euro für den Rest meines Bummels.

Ich versuche mein Glück an der Schießbude. Die Preisgestaltung dort ist ziemlich simpel: Ein Schuss, ein Euro. Ich entscheide mich für vier Schüsse, muss also vier Euro blechen. Es hätte schlechter laufen können: Jeder Schuss trifft. Immerhin war das Geld also gut angelegt, ich ernte vier Rosen als Belohnung.

Zeit für eine weitere kleine Stärkung. Ein Stand lockt mit duftenden gebrannten Mandeln. Da konnte ich noch nie Nein sagen. Also wandern weitere 4,50 Euro für eine 100-Gramm-Tüte über den Tresen.

50 Euro sind knapp bemessen für einen Wiesn-Tag

4,10 Euro sind jetzt noch übrig. Das verbleibende Geld sinnvoll zu investieren, wird zu einer echten Herausforderung. Nach einer Weile werde ich auf eine Bude mit Lebkuchenherzen aufmerksam. Eines der prachtvoll verzierten Lebkuchenherzen wäre eine angemessene Erinnerung an den Tag auf der Theresienwiese, aber das gibt das Budget eindeutig nicht mehr her. Am Ende reicht es gerade noch für die Mini-Version.

Wiesn-Besuch
Am Schluss des 50-Euro-Wiesn-Besuchs bleiben unserem Reporter noch 60 Cent. © Achim Schmidt

An dieser Stelle müsste auch mein Wiesn-Tag eigentlich zu Ende sein, denn vom Fünfziger vom Anfang ist nichts mehr übrig. Ich bleibe trotzdem noch und lasse mich einfach treiben und beobachte, wie sich das Festgelände mehr und mehr mit Besuchern aus aller Welt füllt. Endlich wieder pralles Leben nach zwei Jahren Pause. Das tut gut. Eines steht für mich heute fest: Gekauft wird nichts mehr. Aber: Schön war‘s!

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