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Letztes Oktoberfest für Münchner Kindl: Sie entscheidet sich für die Liebe

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Von: Leoni Billina

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Münchner Kindl Viktoria Ostler
Zum letzten Mal in der Franziskanerkutte: Münchner Kindl Viktoria Ostler. © picture alliance/dpa/Felix Hörhager

Für das offizielle Münchner Kindl heißt es nach dieser Wiesn Abschied nehmen. Das fällt Ostler nicht leicht – zu besonders ist die Erinnerung.

München - Das Münchner Kindl Viktoria wird diese Wiesn nie vergessen. Nicht nur, weil es die erste nach zwei Jahren Corona-Pause ist. Sondern auch, weil es ihre letzte als Münchner Kindl sein wird. Denn die 29-Jährige heiratet im Oktober. Der Festring bestimmt seit 1938 eine junge Frau, die als Münchner Kindl den Trachtenzug vor der Wiesn anführt und die Stadt als Botschafterin repräsentiert. Voraussetzung: Sie muss ledig sein. Bei ihrem Verlobten bedankte sich Viktoria daher in ihrer Abschiedsrede scherzhaft mit dem Worten: „Danke, dass du sechs Jahre mit deinem Antrag gewartet hast!“

Der Hochzeitstermin im Oktober war also kein Zufall. „Ich wollte unbedingt noch eine letzte Wiesn als Münchner Kindl mitmachen!“ Heiraten wird sie – ganz wie es einem Münchner Kindl gebührt – im Rathaus, getraut vom Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) persönlich.

Oktoberfest-Maskottchen in der schwarz-gelben Franziskanerkutte

Seit 2016 füllt die Jurastudentin die Rolle als Maskottchen der Stadt München mit Leidenschaft aus, hat daher einiges zu berichten. Von ihrem ersten Einzug, bei dem sie wegen des greisligen Wetters „patscherlnass auf dem Fasserl“ im Schottenhamel-Zelt saß. Oder von ahnungslosen Touristen – „Was sind denn Sie?“ – und Ordnern, die sie nicht ins Zelt lassen wollten – weil sie so komisch aussehe. Dabei ist die Franziskanerkutte, die das Münchner Kindl trägt, eigentlich stadtbekannt. In den Farben des Münchner Wappens Schwarz und Gelb, dazu lange, ausladende Ärmel und Kapuze.

Ein echter Blickfang. Immer wieder kamen Passanten auf sie zu und wollten Fotos mit ihr machen. Viktoria gewährte ihnen die Wünsche gerne. Schwierig nur, wenn sie es eilig hatte auf dem Weg zu Terminen, etwa einmal vor der Oidn Wiesn. Die Menschen dort hätten sie so bedrängt, erzählt sie, dass sie schließlich wortwörtlich mit dem Rücken zur Wand stand. Erst ihre Freundin und Mitarbeiterin im Festzelt Tradition konnte die Gruppe vertreiben und Viktoria zum Termin bringen. „Da bin ich keinen Meter weiter gekommen“, sagt sie und lacht.

Vater von Viktoria beliefert zwei Münchner Brauereien mit Malz

Neben guten Umgangsformen sollte ein Münchner Kindl außerdem eine besondere Verbindung zum Oktoberfest haben. Oft werden daher Wirts- oder Brauerei-Töchter zum Kindl gekürt. Bei Viktoria kommt die Verbindung zur Wiesn über ihren Papa: Der belieferte bis vergangenes Jahr zwei große Münchner Brauereien mit Malz.

Für ihre Nachfolgerin hat Viktoria ein paar Tipps: „Nicht zu viel trinken, bevor der Trachtenumzug losgeht. Damit man nicht so oft auf Toilette muss“, sagt sie und lacht. Immerhin sei man Stunden unterwegs. Das Münchner Kindl ist bereits eine Stunde, bevor es losgeht, am Startpunkt.

Und: „Als Münchner Kindl sollte man alles mitnehmen. Du lernst so wundervolle Menschen kennen, bekommst tolle Eindrücke, neue Erfahrungen – das ist einmalig.“ Der Abschied von ihrer geliebten Rolle als Münchner Kindl fällt Viktoria schwer – trotz der schönen Zukunftsaussichten.

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