Rosen, Sterne, speziell ausgewählte Songs

So läuft der Wiesn-Kehraus in den Zelten

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Tausende Wunderkerzen - und die Band spielt „Sierra Madre“: So stimmungsvoll ist das Wiesn-Finale im Hackerzelt.

Endspurt! Die 16 Wiesn-Tage gehen zu Ende. Am Sonntag heißt es wieder: Aus is und gar is. Zum Finale geben Wirte und Kapellen nochmal ordentlich Gas. Das Programm für den Kehraus:

Armbrustschützenzelt: Die Inselkammers marschieren mit der Blaskapelle durch ihr Zelt und streuen rote Rosen, dann geht’s auf die Bühne und die Bayernhymne erklingt.

Augustinerzelt: Familie Vollmer bedankt sich mit roten Rosen bei den Gästen. Danach gibt es noch Brotzeit für die Belegschaft.

Festzelt Tradition (Oide Wiesn): Für die Gäste endet der Abend wie immer. Sobald das Zelt leer ist, gibt Wirt Toni Winklhofer für die ganze Belegschaft ein Buffet aus.

Fischer Vroni: Die letzte Viertelstunde wird das Personal auf der Bühne verabschiedet. Danach gibt’s Brotzeit für das ganze Team.

Hackerzelt: Im Hackerzelt geht das Licht aus. Dafür leuchten die Sterne am Himmel der Bayern und die Sternwerfer in den Händen der Gäste. Wirt Toni Roiderer verabschiedet sich auf der Bühne, dann spielt die Band Sierra Madre. Wer nicht dabei sein kann: Ab 22.05 Uhr überträgt das Bayerische Fernsehen.

Herzkasperlzelt (Oide Wiesn): Nach einem wie üblich großen Musikprogramm verabschiedet sich ein Teil des Personals auf der Bühne.

Hippodrom: Wirt Sepp Krätz bedankt sich schon morgens bei seinen Mitarbeitern. Um 22.30 Uhr wird die Bayernhymne gespielt.

Hofbräuzelt: Sobald Angels von Robbie Willams erklingt, geht das Licht aus, und Tausende Sternwerfer leuchten! Dann verabschiedet sich die Wirts­familie Steinberg, zum Schluss ertönt die Bayernhymne.

Käferzelt: Wirt Michael Käfer und seine Frau Clarissa bedanken sich auf der Bühne. Welche Lieder gespielt werden, machen Wirt und Band am Sonntag aus. Rainhard Fendrich und Die Toten Hosen sind auf jeden Fall dabei.

Löwenbräuzelt: Hier werden Wunderkerzen an die Gäste verteilt, nach dem letzten Song räumen traditionell die Gäste mit den Bedienungen die Tische und Bänke zusammen.

Was machte Einstein auf der Wiesn? Kuriose Fakten zum Oktoberfest

"Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit" - wer dieses Lied nicht beherrscht, hat in einem Wiesn-Zelt eigentlich nichts verloren. Der berühmte Trinkspruch stammt jedoch aus einer sächsischen Feder. Der Chemnitzer Musiker Bernhard Dittrich verfasste das Lied, nach dem anschließend ein kräfter Schluck aus der Mass genommen wird. © dpa
Wiesn historisch: Zu Beginn der Festivitäten im Jahre 1810 ist auf dem Oktoberfest kein Alkohol ausgeschenkt worden. Bier und Hochprozentiges mussten sich die Besucher außerhalb des Festgeländes besorgen. Die Veranstalter erkannten das Problem aber rasch und erlaubten den Alkoholgenuss schließlich. Erst dann etablierten sich die Bierzelte in ihrer heutigen Form. © dpa
Das Kunst Projekt "Les désastres de la bière" stellt die negativen Nebeneffekte der Wiesn dar: Wildbiesler, sich übergebende Menschen und sonstige Peinlichkeiten werden dort gezeigt. © dpa
Auf der Wiesn muss erstmal a gscheite Mass her. Und die ist richtig teuer geworden. Dieses Jahr liegt der Masspreis bei bis zu 10,70 Euro. © dpa
Die Lederhose ist für viele Männer ein Muss für ein Wiesn-Besuch. Das feine Leder für die bayerische Tracht kommt allerdings oft von Ziegen, die in Indien oder Pakistan grasten. Die Originale ist natürlich die Hirschlederne. Neuerdings gibt es auch vegane Tracht. © dpa
Das Online-Aktionshaus Ebay verdient sich mit der Wiesn ebenfalls eine goldene Nase. Insgesamt befinden sich 221.169 Artikel rund um das Oktoberfest (Stand 30.09.2016) im Angebot. © dpa
Hätten Sie es gewusst? Albert Einstein, Physik-Nobelpreisträger, verdiente einst sein Geld auf der Wiesn. Das Genie arbeitete 1896 als Hilfsarbeiter beim Aufbau des Schottenhamel-Festzeltes. Dort soll er elektrische Kabel verlegt haben. © dpa
Extra für die Wiesn stellt die Post eine eigene Geschäftsstelle an die Theresienwiese. Dort werden Souvenirs verkauft und Grüße direkt vom Festgelände in die weite Welt verschickt. Bis zu 130.000 Sendungen wurden im Jahr 2012 an Freunde und Familie gesendet. © dpa
Eine Mass oder acht Stamperl Schnaps? Das ist Geschmackssache. Vom Alkoholgehalt macht dies kaum Unterschiede, da das Wiesn-Bier stärker ist als Normales. 2016 hat das US-Konsulat Touristen sogar davor gewarnt.   © dpa
Während Millionen Touristen nach München fliegen und fahren, versuchen tausende einheimische Bürger dem Spektakel zu entfliehen. Hauptziele der Münchner: Städtetrips nach New York, Kopenhagen und - besonders beliebt - Bangkok. © dpa
Hoteliers freuen sich jedes Jahr erneut über die "fünfte Jahreszeit" in München. Die Preise für ein Zimmer verdoppeln sich schlagartig zum Wiesn-Beginn. © dpa

Ochsenbraterei: Alle Trompeter spielen Freude, schöner Götterfunken, den Gefangenenchor aus Nabucco und Feierabend. Diese Stücke hat der 2011 verstorbene Wirt Hermann Haberl jedes Jahr zum Besten gegeben. Heuer wird auf Wunsch der Gäste wieder der Mond über den Zelthimmel gezogen und Guter Mond, du gehst so stille gespielt.

Schottenhamelzelt: Kurz vor Schluss starten die Wirte Christian und Michael F. Schottenhamel mit den Bedienungen zum Umzug durchs Zelt. Wenn die Gäste weg sind, verabschieden sie jeden Mitarbeiter persönlich.

Schützenfestzelt: Mit Tausenden Wunderkerzen und Weus’d a Herz hast wie a Bergwerk von Rainhard Fendrich lässt Familie Reinbold den Abend ausklingen.

Weinzelt: Wirt Stephan Kuffler greift selbst zum Mikro und singt I Feel Good und Jailhouse Rock.

Winzerer Fähndl: Peter und Arabella Pongratz holen die Bedienungen auf die Bühne. Für die Gäste gibt’s Wunderkerzen. Welche Lieder das Finale untermalen, wird vorher vereinbart.

Die Schluss-Rituale der Schausteller

Wiesn-Beerdigung

Beim Schichtl geht’s am letzten Tag genauso verrückt zu wie sonst. „Am Ende der Wiesn heben wir hinter dem Zelt einen kleinen Friedhof aus für die Leichen, die das Schauspiel nicht überlebt haben. Aus dem übriggebliebenen Blut machen wir Blutwurst, die gibt es dann zum Leichenschmaus“, schmunzelt Schichtl Manfred Schauer.

Musik und Ballons

„Zum Oktoberfestende spielen wir immer ‚Sierra Madre‘ als letztes Lied. Danach feiern wir alle gemeinsam Abschied – die Belegschaft und die Gäste. Zum Schluss lassen wir viele Luftballons steigen, das finde ich besonders schön“, erzählt Elisabeth Polaczy vom Teufelsrad.

Feiern am Karussell

In der Krinoline endet die Wiesn-Zeit immer gleich. „Zum Abschluss spielt die Blaskapelle das Lied von der ‚Lili Marleen‘. Ich finde, das ist ein besonders schönes Stück. Die Belegschaft feiert danach gemeinsam am Karussell. Aber nicht zu lange, weil wir am nächsten Tag ja schon früh mit dem Abbauen anfangen müssen“, erzählt Inhaber Matthias Niederländer.

BEA, CMY, RA

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