Oktoberfest in Frankfurt?

Das wissen die Amerikaner über die Wiesn

Berlin - Das Oktoberfest ist weltweit bekannt. Vor allem die Amerikaner sind große Wiesn-Fans. Doch wo kommt die Wiesn eigentlich her? Eine Umfrage in den USA hat so manche Wissenslücke aufgedeckt.

Nur noch wenige Tage dauert es, dann heißt es zum 180. Mal: "O'zapft is!" Das Oktoberfest öffnet bald wieder seine Tore und lässt Menschen aus aller Welt bei traditioneller Schunkelmusik und gutem bayerischen Bier feiern. Ob in Europa, Australien oder den USA - das Oktoberfest ist mittlerweile eine weltweite Attraktion. Doch wie genau kennen Ausländer unsere Wiesn eigentlich? In den USA wurde kürzlich von der amerikanischen Plattform SurveyMonkey eine repräsentative Online-Umfrage zum Oktoberfest durchgeführt. Das Ergebnis: Ganze 96 Prozent der Amerikaner kennen das bayerische Volksfest. Die Münchner Wiesn hat damit einen massiv hohen Bekanntheitsgrad in den USA. Doch sobald die Fragen tiefer gehen, kommt die ein oder andere Wissenslücke zum Vorschein.

Wiesn in Frankfurt, Sydney und Boston?

Acht Prozent der Amerikaner denken etwa, das Münchner Oktoberfest sei eine amerikanische Erfindung. Dabei glaubt jeder Zweite, es stamme aus Boston. Jeder Fünfte tippt auf Chicago. Doch so gern die Amerikaner das Bierfest auch bei ihnen zu Hause feiern, das beliebte Volksfest hat seinen Ursprung in Europa. Dabei verlegen vier Prozent die Wiesn ins Nachbarland Österreich, zwei Prozent glauben, dass sie in der Schweiz stattfindet.  Doch bevor jetzt alle Wiesn-Fans verzweifeln - 80 Prozent und damit der Großteil der Amerikaner weiß: Das Oktoberfest ist ein deutsches Original. 

Was machte Einstein auf der Wiesn? Kuriose Fakten zum Oktoberfest

"Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit" - wer dieses Lied nicht beherrscht, hat in einem Wiesn-Zelt eigentlich nichts verloren. Der berühmte Trinkspruch stammt jedoch aus einer sächsischen Feder. Der Chemnitzer Musiker Bernhard Dittrich verfasste das Lied, nach dem anschließend ein kräfter Schluck aus der Mass genommen wird. © dpa
Wiesn historisch: Zu Beginn der Festivitäten im Jahre 1810 ist auf dem Oktoberfest kein Alkohol ausgeschenkt worden. Bier und Hochprozentiges mussten sich die Besucher außerhalb des Festgeländes besorgen. Die Veranstalter erkannten das Problem aber rasch und erlaubten den Alkoholgenuss schließlich. Erst dann etablierten sich die Bierzelte in ihrer heutigen Form. © dpa
Das Kunst Projekt "Les désastres de la bière" stellt die negativen Nebeneffekte der Wiesn dar: Wildbiesler, sich übergebende Menschen und sonstige Peinlichkeiten werden dort gezeigt. © dpa
Auf der Wiesn muss erstmal a gscheite Mass her. Und die ist richtig teuer geworden. Dieses Jahr liegt der Masspreis bei bis zu 10,70 Euro. © dpa
Die Lederhose ist für viele Männer ein Muss für ein Wiesn-Besuch. Das feine Leder für die bayerische Tracht kommt allerdings oft von Ziegen, die in Indien oder Pakistan grasten. Die Originale ist natürlich die Hirschlederne. Neuerdings gibt es auch vegane Tracht. © dpa
Das Online-Aktionshaus Ebay verdient sich mit der Wiesn ebenfalls eine goldene Nase. Insgesamt befinden sich 221.169 Artikel rund um das Oktoberfest (Stand 30.09.2016) im Angebot. © dpa
Hätten Sie es gewusst? Albert Einstein, Physik-Nobelpreisträger, verdiente einst sein Geld auf der Wiesn. Das Genie arbeitete 1896 als Hilfsarbeiter beim Aufbau des Schottenhamel-Festzeltes. Dort soll er elektrische Kabel verlegt haben. © dpa
Extra für die Wiesn stellt die Post eine eigene Geschäftsstelle an die Theresienwiese. Dort werden Souvenirs verkauft und Grüße direkt vom Festgelände in die weite Welt verschickt. Bis zu 130.000 Sendungen wurden im Jahr 2012 an Freunde und Familie gesendet. © dpa
Eine Mass oder acht Stamperl Schnaps? Das ist Geschmackssache. Vom Alkoholgehalt macht dies kaum Unterschiede, da das Wiesn-Bier stärker ist als Normales. 2016 hat das US-Konsulat Touristen sogar davor gewarnt.   © dpa
Während Millionen Touristen nach München fliegen und fahren, versuchen tausende einheimische Bürger dem Spektakel zu entfliehen. Hauptziele der Münchner: Städtetrips nach New York, Kopenhagen und - besonders beliebt - Bangkok. © dpa
Hoteliers freuen sich jedes Jahr erneut über die "fünfte Jahreszeit" in München. Die Preise für ein Zimmer verdoppeln sich schlagartig zum Wiesn-Beginn. © dpa

Beim Veranstaltungsort aber geht das Ratespiel weiter. Dass das Oktoberfest in der bayerischen Hauptstadt München stattfindet, weiß gerade einmal die Hälfte der US-Bürger. 39 Prozent verlegen das Fest in die Main-Metropole Frankfurt und acht Prozent denken, das bayerische Volksfest sei im preußischen Berlin. Einige Amerikaner verwechseln sogar die Maß mit dem Kölsch und vermuten die Wiesn in der Domstadt Köln. Selbst Antworten wie Sydney, Mexiko-Stadt, St. Petersburg und London kamen vor.

Doch trotz der ein oder anderen Wissenslücke - eines steht fest: Die Amerikaner sind begeisterte Wiesn-Fans. Fast jeder zweite Amerikaner hat schon einmal auf dem Oktoberfest gefeiert - wenn auch meist daheim in den USA.

ssch

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