Stadtrat einig: Wiesn 2010 wird verlängert

München - Das Oktoberfest 2010 wird um einen Tag verlängert. Eine große Mehrheit des Stadtrats signalisierte heute Zustimmung zu einem entsprechenden Vorschlag von Wirtschaftsreferent Reiter.

Lesen Sie auch:

Jubiläums-Wiesn: Der ganze Plan

Plakat für Jubiläums-Wiesn nostalgisch mit Dirndl und Lederhose

Zusatztag: So erkennt man den Münchner!

Die Frage hatte für viel Aufregung gesorgt im Stadtrat: Soll das Oktoberfest an seinem 200. Geburtstag um einen Tag verlängert werden? Die SPD hatte dies vorgeschlagen – und war bei CSU und Grünen auf Skepsis gestoßen. Doch inzwischen ist sich die große Mehrheit der Stadtpolitiker einig: Der Zusatztag soll kommen. Die Frage ist nur: Wird die Wiesn einen Tag früher beginnen oder einen Tag später enden?

So haben Sie die Wiesn noch nie gesehen

Hinter den Kulissen der Wiesn
Puh, ist das hier eng! Lisa S. (30, v. li.), Michaele P. (27), Franziska S. (20) und Victoria E. (24) kommen beim Anprobieren ihrer Arbeits-Dirndl ins Schwitzen. © Westermann
Vor der Tür warten 177 andere Männer und Frauen, die in den kommenden zwei Wochen im Hippodrom als Bedienung arbeiten. © Westermann
Hier läuft das Prozedere so: Ein Dirndl kaufen die Mädls ihrem Arbeitgeber ab, eines leihen sie sich. Den Geldbeutel bringt das Personal selbst mit, Seidentücher und eine Tasche stellt Wirt Sepp Krätz. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Abwasser marsch! Der Kanal unter der Theresienwiese ist mannshoch – Platz genug für 6 Millionen Liter Bier © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Pro Zelt führen im Schnitt drei Abwasserleitungen hinab in den Kanal, der bereits seit den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts direkt unter der Wirtsbudenstraße durchläuft. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Fahrer Sigi Hof pumpt das Wiesn-Bier mit Hochdruck vom Laster in die Zelte. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Er hatte alle Hände voll zu tun, um die 15 Tanks im Löwenbräu- und die zehn Tanks im Schützenfestzelt zu befüllen. In einen Tank passen 5000 Liter, das Befüllen dauert pro Tank eine halbe Stunde. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Für den Blumenschmuck an den Wagen und Kutschen von Spaten und Löwenbräu ist Chefgärtner Rudolf Lampertsdörfer verantwortlich. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Hier werden die Wagen geschmückt, Kränze gebunden und mit kilometerlangem Draht an den Kutschen befestigt. Da wird jede Hand gebraucht – sogar Brauerei-Azubi Anne Böhm hilft mit. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Die Wirtefamilie Haberl hat ihr Stüberl in der Ochsenbraterei im Stil einer bayerischen Almhütte eingerichtet. Hermann Haberl übt für seinen Trompeten-Auftritt. Mit Guter Mond bläst er der Wiesn jedes Jahr das Licht aus. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
In seinem Ruheraum genehmigt sich Hermann Haberl eine künstlerische Pause. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Zu Gast im Büro der Wiesnchefin Gabriele Weishäupl. Manchmal muss sie etwas lauter werden... © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Das Büro der Wiesnchefin. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Die Augustiner-Brauerei ist die einzige, die auf der Wiesn noch aus Holzfässern ausschenkt. Hinter jeder der vier Schänken ist eine Kühlzelle, in der 50 bis 60 200-Liter-Hirschen bei maximal 2 Grad lagern. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Bei den lebendigen Geistern muss erst mal dick Schminke aufgetragen werden. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Die neue Wolpertinger-Bar im Armbrustschützenzelt. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Aus dem Weg! Die gelbe Banane oder Fahrtrage, wie sie offiziell heißt, kennt jeder Wiesn-Besucher. Über 1800 Mal raste sie vergangene Wiesn zur Zentrale des Roten Kreuzes. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Von innen jedoch haben die meisten Gäste die Trage mit der gelben Plane zum Glück noch nicht gesehen. Das kleine Guckfenster öffnen die Sanitäter nur, wenn sie mit den betrunkenen oder verletzten Patienten sprechen oder sie beobachten müssen. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
In der BRK-Wiesn-Zentrale stehen zehn der gelben Bananen, die in der Regel von vier Männern durch das Getümmel gefahren wird. Während der zwei Wochen arbeiten hier über 1500 ehrenamtliche Helfer, die meisten nur für einen Tag. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Das Weinzelt ist gerüstet: Im Wein- und Champagnerlager warten hunderte Flaschen darauf, geköpft zu werden – und täglich wird nachgeliefert. Ab heute schultern die Kellner wieder XXL-Flaschen – Weinzelt-Wirt Roland Kuffler hebt schon mal ein 9-Liter-Examplar Probe. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Die Sattlerei von Spaten-Löwenbräu ist eine Schatzkammer. Geschirre für 56 Pferde lagern hier – jeder Riemen ist handgenäht, jeder Beschlag in reiner Handarbeit gefertigt. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Sattler Wolfgang Zengerle hat die letzten Tage Geschirre für 33 Pferde gefettet und auf Hochglanz poliert. Das neueste Geschirr hat die Brauerei in den 80er-Jahren gekauft. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Wiggerl Hagn beim „Probe-Grillen“. Der Wirt vom Löwenbräuzelt hat sich in einen Hendlgrill gequetscht. Wo er reinpasst, haben auch 49 Hendl Platz. Auf der Rückseite gehen noch mal 49 hinein. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Wo erholt sich ein Wiesn-Polizeibeamter von Taschendieben, Betrunkenen und Schlägereien? Im eigenen Biergarten! Im Innenhof des Behördenhofs hat die Wiesn-Wache ein eigenes lauschiges Plätzchen. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Vergangenes Jahr durchliefen 669 Personen die drei Einzelzellen und die über 20 Quadratmeter große Sammelzelle, die bis zu 15 Personen fasst. © Westermann
Hinter den Kulissen der Wiesn
Darin wartet eine Holzliege, teils mit Matratze, und eine einfache Toilette. Nach spätestens zwei Stunden Aufenthalt kommen die Gefangenen ins Präsidium in die Ettstraße. © Westermann

16 Tage dauert das Oktoberfest üblicherweise, für die Jubiläumswiesn 2010 ist der Zeitraum vom 18. September bis zum 3. Oktober vorgesehen. Wie berichtet, wollen OB Christian Ude und seine Verwaltung den Montag, 4. Oktober, heuer zum zusätzlichen Wiesn-Tag machen. Das hatte auch Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid (SPD) beantragt. Weil sich gestern auch die Rathaus- CSU für diese Lösung aussprach, gilt sie momentan als die wahrscheinlichste.

Sicherheitsring: So schützt die Polizei das Oktoberfest

Mit einem Sicherheitsring schirmt die Polizei das Oktoberfest ab.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © dpa
Mit einem Sicherheitsring schirmt die Polizei das Oktoberfest ab.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © dpa
Mit einem Sicherheitsring schirmt die Polizei das Oktoberfest ab.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © dpa
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © dpa
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Haag
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Haag
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Haag
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Haag
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Haag
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest.
Mit einem Sicherheitsring schützt die Polizei das Oktoberfest. © Schlaf

Die Stadt plant, dass es an dem Tag keine Reservierungen in den Zelten geben soll. Vielmehr solle es vor allem ein Tag für Münchner und Besucher aus dem Umland werden. „Touristen, die weit weg wohnen, würden an dem Tag gar nicht anreisen“, meint Schmid. Denn wenn es keine Reservierungen gibt, könne man nicht sicher sein, ob man einen Platz bekommt. Einheimische aber könnten spontan auf die Wiesn gehen und Plätze ergattern.

Die CSU will dem Montag als zusätzlichem Wiesntag zustimmen – verlangt aber, dass weitere Details geklärt werden. Unter anderem wollen die Christsozialen prüfen, ob am Zusatztag eine Reservierung speziell für Münchner möglich wäre. Außerdem machen sie sich für familienfreundliche Preise an dem Tag stark.

Grüne und FDP hingegen wollen die Wiesn nicht später enden, sondern früher beginnen lassen. Wiesnauftakt wäre dann am Freitag, 17. September. An diesem Tag soll auch die sogenannte historische Wiesn beginnen. Dabei handelt es sich um ein zusätzliches Fest auf der südlichen Theresienwiese, auf dem ein vielfältiges Programm rund um die Geschichte des Oktoberfests geboten sein soll. Es sei organisatorisch sinnvoller, beide Feste am gleichen Tag beginnen zu lassen, sagten Gabriele Neff (FDP) und Lydia Dietrich (Grüne). Die endgültige Entscheidung über den Zusatztag soll am 3. März in der Vollversammlung des Stadtrates fallen.

Einen wichtigen Beschluss zur Wiesn fassten die Rathauspolitiker schon gestern: Rauchen wird auf dem Oktoberfest 2010 straffrei bleiben – selbst wenn das Nichtraucher-Volksbegehren Erfolg hat und noch vor der Wiesn ein Rauchverbot in Festzelten in Kraft tritt. Zwar sollen die Wirte in dem Fall Verbotsschilder anbringen und ihre Ordner auf das Verbot hinweisen. Raucht ein Gast aber dennoch, werden ihn weder Polizei noch städtische Beamte belangen, sagte Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle.

Das Gesetz gewähre diesen Ermessensspielraum. Blume-Beyerle fürchtet unter anderem Turbulenzen, wenn Ordner in aufgeheizter Bierzelt-Atmosphäre das Rauchen ahnden wollen. 2011 soll es aber keine Extrawurst für die Wiesn mehr geben. Der Stadtrat stimmte zu – gegen die Stimme der ÖDP, die für ein strenges Rauchverbot kämpft.

Johannes Patzig

Historische Wiesn: Neue Attraktionen und ein neuer Wirt

Immer konkreter wird die Planung für den historischen Festplatz, der zum 200. Geburtstag der Wiesn im Südteil der Theresienwiese entstehen soll: Unter anderem wird es dort ein historisches Festzelt mit rund 3500 Plätzen geben. Es soll auch einen Tanzboden und Musikpodien bieten. Noch steht nicht fest, wer für die Gastronomie verantwortlich sein wird. Heiße Kandidaten sind die Ratskeller-Wirte Peter Wieser und Toni Winklhofer - sie sind auch die Gastronomen des Zentral-Landwirtschaftsfests, das alle vier Jahre neben der Wiesn stattfindet. „Wir haben uns beworben und sind guten Mutes“, bestätigte Winklhofer unserer Zeitung. Tägliche Pferderennen, wie sie beim Oktoberfest einst stattfanden, wird es auf der historischen Wiesn ebenfalls geben, daneben ein Tierzelt, in dem ein Streichelzoo zu sehen sein wird. In einem Museumszelt sollen unter anderem prächtige Fahrgeschäfte aus frühen Wiesn-Jahren ausgestellt. Musik, Tanz und Theater bietet ein Theaterzelt. Besonderes Schmankerl: Es soll auch einen „Rekommandeur-Wettbewerb“ geben. Rekommandeure sind Anheizer, die vor allem in früheren Zeiten Besucher gekonnt in die Fahrgeschäfte lockten.

Lesen Sie auch:

Wiesn-Wirt nach Vorwürfen schockiert: „Gelte als der Betrüger der Stadt“

Wiesn-Wirt nach Vorwürfen schockiert: „Gelte als der Betrüger der Stadt“

tz-Wiesn-Madl Laura (19) bekommt Hauptgewinn – darum freut sich ihre Mama sehr darüber

tz-Wiesn-Madl Laura (19) bekommt Hauptgewinn – darum freut sich ihre Mama sehr darüber

Trainer macht Heiratsantrag auf der Wiesn - die ganze Mannschaft feiert mit

Trainer macht Heiratsantrag auf der Wiesn - die ganze Mannschaft feiert mit

Oktoberfest 2018: So viele Tonnen Müll hinterlässt die Wiesn München

Oktoberfest 2018: So viele Tonnen Müll hinterlässt die Wiesn München

Kommentare