"Bier-Inspektor-App"- neu und besser:

Bier-App gegen betrügerisches Einschenken

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So sieht die Bier-Inspektor-App aus.

München - Schon vor einem Jahr sorgte die Bier-Inspektor-App dreier Münchner Studenten für Aufsehen. Damit kann man prüfen, wie gut die Mass eingeschenkt ist. Jetzt gibt es eine neue und verbesserte Version.

Hinter der App steckt der "Verein gegen betrügerisches Einschenken". Und für den gibt es keinen Zweifel: "Die 1-Liter-Mass auf dem Oktoberfest ist so selten, wie ein Sechser im Lotto", betonen Simon Amberger, Korbinian Dufter und Rafael Parente in einer Presseinformation.

Schlecht eingeschenkte Masskrüge sind nach Ansicht des Vereins seit Jahren ein Problem auf der Wiesn. Dieser moniert: Statt einem Liter, den der Oktoberfestbesucher bezahlt, befindet sich oft nur 0,9 Liter oder sogar noch weniger im Krug.

Helfen soll nun die Bier-Inspektor-App:

Dem Treiben wollten die drei Münchner Studenten nicht länger tatenlos zusehen und entwickelten - pünktlich zur Wiesn 2011- eine App, die exakt nachmisst, wie viel Bier sich im Masskrug befindet.

Der Erfolg der "rudimentär aufgebauten App", wie sie Produktionsassistent Max Kaiser beschreibt, war überraschend für die Studenten. Dieses Jahr haben sie die App für das Oktoberfest ausgebaut und verbessert.

Der Zweck des Bier-Inspektors hat sich allerdings nicht geändert: Er soll den Oktoberfestbesuchern klar machen, dass sie das Recht haben, einen schlecht eingeschenkten Krug nachfüllen zu lassen. Das Ergebnis der App zeigt den Gästen, ob sie sich beschweren dürfen oder nicht.

Was die Wiesn heuer kostet:

Was die Wiesn heuer kostet

Fischsemmel: Matjes- und Lachssemmeln kosten nicht überall gleich viel: Am U-Bahnaussgang bei der „Fisch Hütt’n“ kostet Matjes 3,80 Euro, Lachs 4 Euro. Beim „Hanseaten Imbiss“ neben der Ochsenbraterei gibts Matjes für 3 Euro, Lachs für 4,50 Euro. © dpa
Geisterbahn: Einmal Gruseln macht fünf Euro bitte: So viel kostet der „Shocker“ (Kinder: vier Euro). Etwas günstiger gibt es den Horror im „Geisterschloss“. Hier zahlen Erwachsene 4,50 Euro, Kinder nur 3,50 Euro. © dpa
Hendl: Ein halbes Wiesnhendl gibt es nicht nur im Zelt. Beim Wildmoser kostet es 8,50 Euro, beim Ammer gibt’s das halbe Biohendl für 11,45 Euro. © dpa
Herzerl: Sie sind die Klassiker unter den Wiesn-Souvenirs: Die Lebkuchenherzerl mit Grüßen vom Oktoberfest. Es gibt sie natürlich in allen Größen und Preisklassen. Das Durchschnittsherz kostet heuer aber fast überall 7,50 Euro. © dpa
Gebrannte Mandeln: Die Preisspanne ist groß: Bekommt man beim Stand vor der Ochsenbraterei für 5 Euro 250 Gramm, kosten wenige Meter weiter beim Stand zwischen Ochsenbraterei und Ammer 300 Gramm 7,50 Euro. © dpa
Olympia-Looping: Willkommen beim teuersten Fahrspaß auf der Wiesn: Der Olympia-Looping am Ende der Schaustellerstraße ist Kulisse für etliche Touristen-Fotos. Eine Fahrt durch die fünf Loopings kostet heuer acht Euro, für Kinder sechs. © dpa
Power Tower: In luftiger Höhe auf den Absturz warten – wer hier einsteigt, sollte schwindelfrei sein. Erwachsene zahlen 6,50 Euro, Kinder 5 Euro. Das Geschrei der Fahrgäste hört man über die ganze Festwiese. © dpa
Riesenrad: Das verträgt jeder Magen: Eine Fahrt im Riesenrad bietet keine Überraschungen, aber dafür einige ruhige Minuten mit Blick auf das Wiesn-Getümmel. 6,50 Euro muss das Erwachsenen heuer wert sein, Kinder zahlen drei Euro. © dpa
Autoscooter: Hier gibt’s keine Promillegrenze: Zwischen zwei und drei Euro zahlt man für eine Fahrt in einem der fünf Autoscooter. Unser Foto entstand bei „Lindner“ neben der Ochsenbraterei – er liegt mit drei Euro allerdings an der Obergrenze. © dpa
Wellenflug: Dem Himmel so nah kommt man im Kettenkarussell, und einen tollen Ausblick über die Festwiese gibt’s obendrein. Zwei Mal gibt’s den Wellenflug auf der Wiesn – und er kostet einheitlich drei Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder. © dpa
Wilde Maus: Sie ist rasant, aber auch für Kinder geeignet: Eine Fahrt in der Wilden Maus kostet in diesem Jahr 5,50 Euro, für Kinder vier Euro. © dpa
 © dpa
Toboggan: Schon seit 1933 steht das traditionelle Fahrgeschäft auf der Wiesn. Eine Fahrt kostet 3,50 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder. Die Schadenfreude des Publikums, wenn man das Gleichgewicht verliert, gibt’s gratis. © oktoberfest-live.de

So funktioniert die Bier-Inspektor-App:

Zuerst gibt man den Preis der Mass ein, dann richtet man die Kamera auf den vermeintlich "vollen" Krug und schießt ein Foto. Der Bier-Inspektor berechnet die fehlende oder überschüssige Menge Bier in Liter und Euro. Der Nutzer weiß nun, ob er auch so viel Bier bekommt, wie er bezahlt. Das Ergebnis teilt die App auf humorvoll-bayerische Art mit: "Da ist wohl ein Schwabe am Zapfhahn", beschwert sich beispielsweise der Bier-Inspektor, wenn die Mass zu knickerig eingeschenkt ist. Zudem hat der User die Möglichkeit, das Ergebnis direkt auf Facebook zu posten.

Das bietet die verbesserte Version:

Die neue App-Version hat einen verbesserten Bildstabilisator, der helfen soll, dass die Berechnung der Biermenge im Krug noch genauer wird. Außerdem sind die Reaktions - und Bearbeitungszeiten jetzt wesentlich kürzer als im Vorjahr. Das Ergebnis kann nun schneller in Facebook gepostet werden und die App lädt schneller. Bald soll eine internationale Version des "Bier-Inspektors" auf Englisch erscheinen.

Wie viel Bier darf fehlen?

Erst wenn die Wirte weniger als 0,9 Liter in den Maßkrug einfüllen, ist von „Unterschank“ die Rede und sie haben mit Konsequenzen seitens der Ordnungsbehörden zu rechnen. Vorher bringt es wenig, einen Wirt "hinzuhängen". Denn: Die Toleranzgrenze der Stadt München liegt bei 1,5 cm unter dem Estrich. Das bedeutet, dass 100 ml Bier fehlen dürfen..

„Und die Wirte machen dankbar Gebrauch von dieser Regelung“, bemängelt Jan-Ulrich Bittlinger, Vorstandsvorsitzender des Vereins gegen betrügerisches Einschenken e.V. Und damit der Wiesn-Gast nicht über's Ohr gehauen wird, dafür gibt es ja die neue und verbesserte Bier-App.

Lesen Sie hier, in welchen Zelten am schlechtesten eingeschenkt wird.

cs

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