Friedenskerze gesegnet

Wiesn-Wirte pilgern in Wallfahrtskirche

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Auf eine friedliche Wiesn: die Wirte und Oktoberfest-Chef Dieter Reiter in Maria Eich.

München - Traditionen soll man nicht brechen! Am Donnerstag pilgerten zum ersten Mal alle Wiesn-Wirte mit der Friedenskerze zur Wallfahrtskirche Maria Eich nach Planegg, um für eine friedliche Wiesn zu beten.

Der 2011 verstorbene Wiesn-Wirt Willy Heide († 91) hatte die Wiesn-Wallfahrt ins Leben gerufen. Als er 1987 Sprecher der Wiesn-Wirte wurde, saß ihm noch der Schreck des Oktoberfest-Attentats im Nacken: 13 Besucher waren am 26. September 1980 ums Leben gekommen, als am Haupteingang zum Festgelände eine Bombe explodierte.

Willy Heide wollte die Wiesn unter den Schutz der Heiligen Maria stellen und pilgerte von da an jedes Jahr mit einer großen Kerze in die Wallfahrtskirche, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Nach 23 Jahren wurde die Weihe zum offiziellen Oktoberfesttermin erklärt. 2010 chauffierte die damalige Wiesn-Chefin Gabi Weishäupl Willy Heide sogar in einer Kutsche zur Kapelle - es war seine letzte Wallfahrt.

Besucher, Bier & Bares: Die Wiesn in Zahlen

Wie viele Toiletten gibt es auf der Wiesn, woher kommen die Besucher und wie viel ist das größte Volksfest der Welt eigentlich wert? Wir haben alle Zahlen rund um das Oktoberfest. © dpa
Das größte Volksfest der Welt findet auf der 42 Hektar großen Münchner Theresienwiese auf einer Fläche von 34 Hektar statt. © dpa
Zum ersten Mal wurde das Oktoberfest im Jahr 1810 anlässlich der Vermählung des späteren König Ludwig I. mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen gefeiert. © dpa
Ein großer Einzug der Festwirte ist jedes Jahr der Startschuss für das Oktoberfest. © dpa
Die Wiesn zieht jedes Jahr Millionen Besucher an. 6,9 Millionen Gäste strömten im Jahr 2011 auf die Theresienwiese. © dpa
Mit 72 Prozent bayerischer Besucher (davon 60 Prozent aus München)  ist die Wiesn ist nach wie vor ein Fest für Einheimische. © dpa
Neun Prozen der Gäste kommt aus dem Rest von Deutschland ... © dpa
und 19 Prozent aus dem Ausland. © dpa
Stammkundschaft: 76 Prozent aller Gäste kommen jedes Jahr auf die Wiesn. © dpa
Inzwischen ist die Geschlechterverteilung auf der Wiesn fast ausgeglichen. Der Anteil an männlichen Besuchern liegt bei 51 Prozent. © dpa
49 Prozent der Besucher sind Frauen. © dpa
Im Jahr 2011 betrug der Wirtschaftsfaktor der Wiesn Berechnungen des Veranstalters zufolge  1,1 Milliarden Euro.  © dpa
Im Schnitt gibt jeder Besucher 63 Euro auf dem Oktoberfest aus. © dpa
4750 Fundsachen sammeln sich im Schnitt jedes Jahr an. © dpa
7,5 Millionen Mass wurden 2011 ausgeschenkt. © dpa
Im vergangenen Jahr wurden 124.000 Schweinswürstl... © dpa
knapp 70.000 Schweinshaxn... © dpa
118 Ochsen und ... © dpa
rund 522.000 Hendl wurden im Jahr 2011 verzehrt. © dpa
14 große Festzelte und 21 kleine Zelte gibt es auf der Wiesn. © dpa
Insgesamt gibt es rund 104.000 Sitzplätze. © dpa
Das größte Festzelt ist das Hofbräuzelt mit 10.000 Plätzen. © dpa
Nur rund 60 Plätze hat das Cefé Schiebl als kleinster Gastro-Betrieb. © dpa
903 Tonnen Restmüll sammeln sich während der zwei Wochen an. © dpa
Rund 8.000 Festangestellte und 4.000 wechselnde Arbeitskräfte sind während der Wiesn beschäftigt. © dpa
Im Jahr 1810 musste man für einen Liter Bier drei Kreuzer bezahlen. Im Jahr 2012 liegt der Bierpreis  zwischen 9,10 und 9,50 Euro. © dpa
Das Wiesn ist weltberühmt: Einer weltweiten Umfrage aus dem Jahr 1999 zufolge kannten 91 Prozent der Befragten den Begriff "Oktoberfest". © dpa
Kein Wunder, dass es Nachahmungen auf dem gesamten Globus gibt. Ca. 2000 Oktoberfeste nach Münchner Vorbild werden weltweit gefeiert. So auch hier in New York. © dpa
130 Schausteller sorgen mit ihren Fahrgeschäften und Buden für Spaß. © dpa
Toiletten kann es nie genug geben auf der Wiesn. 1.136 "Sitzplätze und 880 "Stehplätze" sollen für Erleichterung sorgen. © dpa
Am ersten Wiesn-Sonntag findet der traditionelle Trachtenumzug mit rund 9.000 Beteiligten statt. © dpa
Alle vier Jahre findet während der Wiesn auch das Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) statt. © dpa
Egal wie viel sie wert ist: Die Wiesn ist und bleibt einfach unbezahlbar! © dpa

Doch die Wiesn-Wirte wollten die Tradition auch nach dem Tod Heides weiterführen - so pilgerte am Donnerstag erstmals eine ganze Mannschaft von Wiesn-Wirten inklusive dem neuen Wiesn-Chef Dieter Reiter zur Wallfahrtskirche Maria Eich. Pater Roger Gerhardy segnete die Kerze und gab den Wirten danach noch eine Führung durch das Kloster. Willy Heides Sohn Georg: „Dieser Tag wäre genau im Sinne meines Vaters gewesen.“

CS

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